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Das erste Postpaket

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Als sich der letzte Mitarbeiter der Hauptpost auf den Heimweg machte, löschte er das Licht und verschloss sorgfältig die Türen. Ruhe kehrte ein. Die vier Pakete, die in einem Regal lagen, umhüllte jetzt Dunkelheit. Morgen würden auch sie verteilt werden. Nun lag eine ganze Nacht vor ihnen und sie hatten Zeit sich kennenzulernen, von sich und ihrer Reise zu erzählen. Das weihnachtlich verpackte Paket rückte sich zurecht und begann als erstes von sich zu berichten. Es sprach von seinem Inhalt, einer leckeren Stolle und diversen Leckereien, die Edeltraut Trautzsch liebevoll für ihren Sohn und dessen Familie verpackt und ihren Mann mit dem Paket zur Post geschickt hatte. * "Also ich weiß nicht, Herbertchen. Das hat es  doch noch nie gegeben! Wie kann es denn jetzt schon so heftig schneien? Wir haben immerhin noch November!  Komm doch mal und hilf mir mit dem Paket. Herbert! Nun trödel doch nicht! Die Post hat nicht den ganzen Tag geöffnet. Das Paket muss heute noch abgeschickt we...

Das dritte Postpaket

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Das kleinste Paket, ein Päckchen, war die ganze Zeit über sehr still geblieben. Es hatte zugehört, worüber sich die anderen Pakete unterhielten. Nichts an ihm selbst erinnerte an Weihnachten, an etwas Schönes. Keine Weihnachtskarte, kein Geschenkpapier, keine Weihnachtsplätzchen. Lieblos hatte der Absender den Inhalt nach einem Telefonat in die hellgrünen Maispöpsel  getan und das Paket flüchtig, beinahe unleserlich, beschriftet. Dann war der Mann zur Post geradelt, hatte wortlos  der freundichen Frau am Schalter zugenickt und rasch wieder die Poststelle verlassen. Was in dem Päckchen war? Lasst es euch erzählen. * Henning Baumann war seit drei Jahren Leiter des Bauamtes. Seinen Namen mochte er seit dieser Zeit überhaupt nicht mehr. Er kannte die Späße über ihn, wenn es hieß: "Ach, der Baumann vom Bau(m)amt". Und dann auch noch diese blöde Weihnachtsfeier, auf die sich seine Sekretärin täglich aufs Neue freute. Hätte es nicht gereicht auf den Weihnachtsmarkt zu gehen? Nei...

Einleitung zu meiner Weihnachtsgeschichte 2024

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Wer kennt sie nicht, diese schönen und  imposanten Gebäude aus alten Zeiten, mit ihren Erkern, Säulen, Ornamenten und aufwendigen Verzierungen. Gebäude, die Geschichte erlebt haben; teilweise zerstört und restauriert, manche noch im Glanz der alten Zeit zu bewundern. An vielen dieser historischen Gebäude steht gut zu lesen "Hauptpost". Als Hauptpost dienen einige von ihnen jedoch nur noch eine begrenzte Zeit. Ich erinnere mich an die großen, alten Holzschreibtische mit den halbrunden Aufsätzen. Die Post aus meiner Kindheit ist jedoch eine andere als heute. Meine diesjährige Weihnachtsgeschichte spielt in einer solchen Hauptpost. Dort liegen vier Postpakete dicht beieinander. Vier Pakete, die in der Vorweihnachtszeit darauf warten, von ihren Empfängern ausgepackt zu werden und die unterschiedlicher nicht sein können. Eines ist in weihnachtliches Geschenkpapier gewickelt und ordentlich beschriftet. Ein weiteres ist sehr klein, eher ein Päckchen. Das dritte Paket wurde schon oft...

Der Weihnachtsfrosch - eine Kindergeschichte im Advent

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Das ganze Jahr über hatte der  kleine, grüne Frosch auf diesen Tag gewartet und heute war es endlich so weit. Aufgeregt blickte er auf die glatte Wasseroberfläche des Gartenteiches, an dem er schon ein paar Jahre lebte. Er zupfte die rote Mütze mit der weißen Bommel auf seinem Kopf zurecht und lächelte zufrieden seinem Spiegelbild zu. Diese Mütze lag ein ganzes Jahr unter einem welken Blatt versteckt. Der Frosch hatte sie im letzten Winter gefunden und war sich sicher, dass die Mütze einem Weihnachtswichtel gehörte. Doch es war kein Wichtel erschienen, um seine Weihnachtsmütze abzuholen. Schnell wurde dem Frosch klar - er musste handeln! Wenn der Weihnachtswichtel nicht kommt, dann muss er eben einspringen! Viele Monate sammelte der Frosch im Garten Dinge, mit denen er am Weihnachtsabend seine Familie und Freunde beschenken könne. Er plante und überlegte. Und so wurde aus dem kleinen, grünen Frosch ein echter Weihnachtsfrosch! Am Heiligen Abend strich er die Mütze auf seinem Kop...

"Abschied" Teil 2 Die Geschichte

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  Dass sie diesen Mann nie wieder sehen würde, war ihr klar. Das hätte sie auch nicht gewollt. Und auch wusste sie instinktiv, dass es nur seine Worte waren, die er von einem Zettel ablas. Es waren die Worte an sich, die er sagte: " Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden". Sie schloss einen Moment die Augen und verinnerlichte dieses Zitat. Alsbald war die Veranstaltung vorbei und der Mann, der kurz zuvor noch auf der Bühne stand, verschwunden. Seit diesem Moment waren viele Jahre vergangen. Doch heute dachte sie wieder an dieses Zitat. Sie saß im Park auf einer Bank. Eine Stunde zuvor hatte die Auswertung der Laborergebnisse die  Diagnose des Arztes bestätigt. Es fühlte sich an, als ob die Welt für einen Moment stehenblieb - ihre Welt. Denn der Bach plätscherte genauso wie beim letzten Mal, als sie hier spazieren gegangen war. Unweit spielten Kinder mit einem Ball, sie konnte deren Lachen hören. Und sie hörte das Baby in dem Wagen einer jungen Frau, die an...

"Abschied" Teil 1 Das Vorwort

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Liebe Leserinnen, liebe Leser! Diese Geschichte, für die ich mir im grauen Monat November Zeit genommen habe, wird einfach nur hier ruhen. Wer sie braucht, wird sie finden, in Ruhe lesen und vielleicht etwas Trost darin spüren.  Nachdem die Gartengeschichte vom kleinen Regentropfen überraschend seit einigen Jahren zu einem wärmenden Begleiter des Abschiedes wurde, habe ich in Zusammenarbeit mit einer guten Bekannten überlegt, bewusst eine Abschiedsgeschichte zu schreiben. Bettina, die euch im Trauerfall mit Rat, Tat und Gefühl zur Seite stehen kann, wird die Geschichte vorlesen - ob im Hospiz oder zum Trost für die Angehörigen und auch auf ihrer Internetseite.  https://lebenswerkstatt-bettina.de/ https://lebenswerkstatt-bettina.de/aktuelles Als ich diesen Sommer im Elsass die Seifenblasen gesehen und fotografiert habe, wusste ich bereits, in welcher Geschichte sie ihren Platz finden werden.  Ich nenne diese Geschichte einfach nur "Abschied".  Fühlt euch umarmt und ge...

Ein Herbsttag mit Überraschungen bei Familie Trautzsch

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Edeltraut Trautzsch blickte besorgt aus dem Küchenfenster zu ihrem Mann, der blass und erschöpft auf der Gartenliege schlief. Noch gestern hatte er genüsslich die von ihr zubereiteten Waldpilze verspeist und ihre Kochkünste gelobt. Doch jetzt? Sie machte sich Sorgen um ihren Herbert. Dabei hatte der Tag so entspannt begonnen. Die warme Herbstsonne hatte das Ehepaar Herbert und Edeltraut Trautzsch hinaus ins Freie gelockt. Die Luft roch würzig - nach Laub, Holz und Moos. Rote und gelbe Farben dominierten in der Natur. Sie waren auf ihre Fahrräder gestiegen und im nahen Wald auf Pilzsuche gegangen. Es hatte auch nicht lange gedauert bis der Korb mit Steinpilzen gefüllt war. Herbert wollte unbedingt noch eine Krause Glucke mitnehmen, die Edeltraut jedoch ablehnend begutachtete. "Herbertchen, ich weiß nicht, die hat ihre besten Tage hinter sich!", meinte sie. Doch Herbert bestand auf seiner Pilzmahlzeit, welche am Abend frisch zubereitet, herrlich würzig duftete. "Edeltraut!...

Eine Geistergeschichte für Kinder

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Geht es euch auch so, wenn ihr im Dunkeln durch die Straßen geht, dann ist es manchmal irgendwie gruselig. Und das, obwohl es gar keinen Grund dafür gibt. Manchmal raschelt es hinter einem Busch, plötzlich geht die Straßenlaterne aus oder das Quietschen einer Tür kommt einem unheimlich vor. Dabei ist nur ein Igel, eine Schwankung im Stromnetz oder das Garagentor eines Nachbarn. Und trotzdem denkt so mancher von uns an einen Geist und fürchtet sich. In einer kleinen Stadt an der Elbe war das tatsächlich einmal so - ein Geist wandelte nachts durch die Straßen! Doch von jedem, dem er begegnete, bekam er ein freundliches HALLO. Der Geist konnte sich das nicht erklären! Er hatte wirklich alles versucht. Hier ein leises "Pssspsss" hinter einer Hecke, da der Versuch jemanden zu erschrecken, in dem der Geist sich unsichtbar machte und der Postfrau vorsichtig an den Haaren zog. Oder er pustete der Ortsbürgermeisterin in den Nacken. Nicht einmal die Kinder im Kindergarten erschraken, ...

Herbstmorgen

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Wann genau der Spätsommer in den Herbst übergeht, lässt sich gar nicht so genau sagen. Scheinbar fließend, denn wer möchte die Spätsommertage gern hergeben? Noch wärmt die Nachmittagssonne, erste Blätter färben sich und der Duft von frischem Heu weicht langsam dem Geruch von herabfallendem Laub, Harz und Moos. Und dann sind sie da, die ersten Herbstnebel. Für manche sind sie ein Graus, morgens auf der Fahrt zur Arbeit. Doch am Wochenende, wenn die Uhren langsamer zu gehen scheinen, dann ist ein Herbstnebel durchaus faszinierend. So wie heute. Er schwebt über der Elbwiese und verschluckt die uns bekannten Geräusche. Kühl und frisch ist die Luft, von den Blättern perlen kleine Wassertropfen. Die nahe Elbe ist kaum zu sehen, nur leise kann man ihr Wasser wahrnehmen. Es knackt; ein Biber ist auf der Suche nach Futter. Er blickt zu den jungen Ästen der alten Kopfweiden. Unweit steht ein Baum, der schon länger keine Blätter mehr trägt. Auf seinen Ästen sitzen Krähen und rufen. Bevor sich ...

Das Märchen der Zauberäpfel vom Apollensberg

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  Westlich der Stadt Wittenberg, im Ortsteil Apollensdorf, da steht er - der Apollensberg! Von seinem Gipfel aus kann man sehen, wie sich die Elbe durch die Elbaue schlängelt. Schon viele hundert Jahre flattern Schmetterlinge über die Streuobstwiese, über seltene Pflanzen, wie einst die Pechnelke, und auf den Steinen sonnen sich Schlingnattern in der Abendsonne. Aber noch etwas gab es dort - die Zauberäpfel vom Apollensberg. Vor vielen hundert Jahren stand auf dem Apollensberg eine Kapelle. Sie war nicht sehr groß. Wenn durch die Bleiglasscheiben das weiche Licht der Abendsonne schien, spiegelten sich die bunten Farben im Gesicht der jungen Frau, die im Sommer jeden Abend in dem kleinen Garten nebenan Blumen,  aromatische Kräuter und junge Weinreben goss. Eines Tages entdeckte sie unweit der Kapelle einen Apfelbaum. Er musste dort über Nacht gewachsen sein, denn nie zuvor war ihr der Apfelbaum dort aufgefallen. Die junge Frau streckte sich und pflückte vorsichtig einige rote ...

Feuerwehrkinder ganz groß

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Der kleine Horst war mit seinen sieben Jahren nicht mehr der Jüngste aber auch nicht der Älteste bei den Feuerwehrkindern. Er wollte so sein wie sein Papa, der bei jedem Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr mit den anderen Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen entweder einen Brand löschte, nach einem Sturm Bäume von der Straße räumte oder nach einem Gewitter vollgelaufene Keller leer pumpte; und sogar schon einmal die Katze von Frau Trautzsch gerettet hatte, als sie von deren großen Nussbaum nicht mehr selbst herabklettern konnte. Horst war sehr stolz auf seinen Papa, der heute Abend in seiner blauen Feuerwehruniform vom Bürgermeister eine Auszeichnung erhielt. Papa und all die anderen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr feierten im Rathaus ihr 20jähriges Jubiläum. Wenn Horst eines Tages groß sein wird, dann bekommen er und die anderen Feuerwehrkinder auch eine solche Urkunde, darauf freuten sie sich schon. Denn jedes Mal, wenn sie zum Gerätehaus gingen, dann staunten die Jungen und Mädc...

Commissaria Barbara Barbera und die Tote im Pool

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Von ihrem Platz aus konnte Commissaria Barbara Barbera genau auf die Kirchturmuhr blicken. Der Piazza, auf dem die Kirche vor einigen Jahrhunderten erbaut wurde, war nicht weit entfernt. Heute Abend leuchtete nicht nur der Kirchturm; auch das ganze Städtchen schien von der Abendsonne in ein weiches Orange getaucht zu sein. Solche wunderschönen Sonnenuntergänge gibt es nur hier im Herzen der Toscana, dachte die Commissaria. Sie war über das lange Wochenende zu ihren Eltern gekommen, die noch immer in dem Casa wohnten, in dem die Commissaria aufgewachsen war. Vier freie Tage, und weit genug von der Questura entfernt, um angerufen zu werden, falls man sie im zweihundertzwanzig  Kilometer entfernten Macerata brauchen würde. Nein, sie hatte frei und freute sich auf diesen schönen Abend. Sie hörte den vielen Stimmen zu, die um sie herum erklangen. Ihre Familie, Freunde, Nachbarn - sie alle saßen an einer langen Tafel. Dieses Stadtteilfest war schon viele, viele Jahre zur Tradition gewor...

Eine unerwartete Begegnung an der Elbe

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  An einem warmen Frühlingsmorgen war das junge Biberkind schon zeitig aufgewacht. Seine Eltern schnarchten neben ihm im Biberbau:  "CHCHCHCH CHCHCHCH CHCHCHCH". Die kleine Nachtigall, die jeden Morgen so wunderschön sang, hatte es geweckt. Vorsichtig blinzelte der kleine Biber durch die Zweige, die den Eingang  zum Bau versperrten. Das Wasser vom nahen Bach, der den Rehkolk mit der Elbe verband, plätscherte ruhig vor sich hin. Da kam ein neues Geräusch dazu; ein Geräusch, das der kleine Biber noch nicht kannte - die schnellen Schritte eines Menschen mit dem gleichmäßigen Klick Klack der beiden Walkingstöcke links und rechts. Neugierig krabbelte das Biberkind durch die vielen Äste und Zweige hinaus ins Freie. Da Biber von Natur aus nicht besonders gut sehen, lief er das kurze Stück über die Elbwiese bis zum Ufer, um von nahem zu sehen, woher die Geräusche kamen. Plötzlich war das Klick Klack verstummt. Der kleine Biber blieb stehen und lauschte. Dann lief er weiter. Zur g...

Walpurgisfrauen

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Almut konnte an diesem Tag den Feierabend kaum erwarten. Der Blick auf die Uhr, die schon seit dem Ende ihrer Ausbildung über der Tür der Poststelle in der Kreisverwaltung hing, verriet ihr, dass es in wenigen Minuten Zeit für die Mittagspause war. Sie freute sich auf den Kurzurlaub mit ihrer Freundin Birgit. Sie freute sich so sehr, dass ihr heute sogar die mit dünner Butter beschmierte Graubrotstulle schmeckte, zu der sie grüne Gurkenscheiben knabberte. Ihr Handy piepste. Eine Nachricht von Birgit, ob für die morgige Fahrt alles okay wäre. Birgit, ihre Freundin aus Kinderzeiten, die genervte Mitbürger im Bürgerbüro beriet, so gut es eben ging. Mit ihr war es immer lustig, schon lange wollten sie eine Tour in den Harz machen und nun war es endlich so weit. Die Taschen waren gepackt und Frau Lewe, ihre Nachbarin, würde sich die paar Tage um Almuts Katze Luna kümmern. Das Hotel in Wernigerode war nicht sehr groß und lag direkt im Stadtzentrum. Die Hotelzimmer gingen zum Markt, von wo ...

Die Geschichte vom Eihorn, der Hummel und dem Osterhasen

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  Die Wasseroberfläche war ganz still. Wie ein großer Spiegel lag der See vor dem Eihorn. Es konnte sein weiches, braunes Fell sehen und auch das orange Ei auf seinem Kopf. Traurig seufzte das Eihorn. Das Ei juckte nämlich fürchterlich doch das Eihorn konnte sich nicht selbst kratzen. Das Eihorn blickte sich um und trabte auf einen Apfelbaum zu, der herrlich blühte. Eine dicke Hummel flog von Blüte zu Blüte und ließ sich auch nicht stören, als das Eihorn seinen Kopf am Stamm rieb, damit das Ei zwischen seinen Ohren nicht mehr so jucken würde. Plötzlich hielt die Hummel inne. "Warum hast du ein Ei auf dem Kopf?", fragte sie. "Hast du das Ei vom Osterhasen bekommen? Das sieht ja schön aus! Aber warum bist du so traurig?". "Du musst mir helfen und mich kratzen!", bat das Eihorn die Hummel, doch die Hände der Hummel waren zu klein.  "Warte hier, ich fliege zum Osterhasen, vielleicht hat der einen Rat! Ich habe ihn vorhin gesehen, als er Ostereier...

Fam. Trautzsch's Osterfest einmal ganz anders

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Edeltraut Trautzsch lag eines Morgens mit verschränkten Armen unter dem Kopf und einer Altweiberkrise in ihrer Betthälfte. Die sonst so taffe Rentnerin hatte einfach zu viel Zeit. Ihr fehlte die Arbeit in der Stadtbibliothek, ihr fehlten die Kolleginnen und vor allem fehlten ihr die Besucher. In vierzehn Tagen würde sie das bevorstehende Osterfest zum vierten Mal als Rentnerin erleben. Sie seufzte. Resolut schlug Edeltraut ihre Bettdecke zurück und sprach energisch zu ihrem Herbert, der noch schlief: "Herbertchen, so geht es nicht weiter! Ich brauche Tapetenwechsel, wir müssen renovieren!" 'WIR MÜSSEN RENOVIEREN', die Worte schallten wie eine Glocke in den Ohren von Herbert Trautzsch - und das Echo der Glocke wollte nicht aufhören. "Ich mag nicht renovieren", seufzte er schlaftrunken und fügte hinzu: "Fahr doch ein paar Tage zu den Kindern. Oder mit Jutta vom Kegelverein an die Ostsee. Oder mach was deinen Freundinnen Elfriede, Sieglinde und Helga ...

Die Dame mit Hut

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Als ich mir im Vorfeld überlegte, wie ich  meine neue Geschichte, die übrigens wieder in Italien spielt, nennen würde, fiel mir sofort dieser Name ein: Die Dame mit Hut. Auch wenn mir sofort klar war, dass manche(r ) von Euch sich diese Dame beim Lesen der Geschichte bestimmt ganz anders vorstellt, als ich sie kennengelernt habe. Es war an einem Frühlingstag, die Italiener nennen diese Jahreszeit übrigens Primavera und schenken diesem Wort beim Aussprechen eine sehr schöne Melodie. Ich saß auf der Terrasse eines Cafès und nippte an einem Espresso, wie wir in Deutschland sagen, und woran die Kellner sofort erkennen, dass du kein Italiener bist. Die Italiener bleiben nämlich an der Bar stehen, sagen "Un caffè per favore" und trinken ihn im Stehen, während sie mit Nachbarn oder Bekannten sprechen. Dabei legen sie ihren Euro auf die Theke und sind auch gleich wieder verschwunden. Ich dagegen genoss ihn im Sitzen und freute mich über das neue rote Sommerkleid in der  Tüte, die an...