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Erinnerungen und Zukunft

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Ariane sah sich um und lächelte. Überall standen wunderschöne Vasen mit Blumen - bunte und einfarbige Sträuße, edle Blumen, Gartenblumen und sogar ein Strauß wilde Kamille. Dieser wirkte im Abendlicht wie ein Gemälde aus einer vergangener Zeit. All diese Sträuße waren im Wohnzimmer ihrer Freundin Katharina verteilt. Auf dem Esstisch stand eine Glasvase mit vierzig gelben Rosen, die Katharina vor zwei Tagen zu ihrem runden Geburtstag von Ariane bekommen hatte.  Es hatte ein kleines Fest gegeben, mit einem abendlichen Picknick am Ufer eines nahen Sees. Ariane wusste, dass Katharina die Vorliebe für gelbe Rosen von ihrer Mama geerbt hatte, die den vierzigsten Geburtstag ihrer Tochter nicht mitfeiern konnte, und nicht deren dreißigsten, nicht deren zwanzigsten, und auch nicht den ersten doppelstelligen Geburtstag ihrer Tochter erlebt hatte. Als sie starb, war Katharina noch ein kleines Mädchen. All das wusste Ariane über ihre Freundin. Die beiden Frauen kannten sich schon seit ihrer ...

Edeltraut Trautzsch's Vorliebe für ein Gläschen Eierlikör

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Edeltraut Trautzsch war eine rüstige und übergewichtige Rentnerin, die gern und oft lachte. Dabei bebten dann ihr grauer Dutt und ihr ganzer Oberköper, und jeder, der sie lachen sah, wurde von ihrer Fröhlichkeit angesteckt. Bis zu ihrer Hochzeit, vor rund einem halben Jahrhundert, hieß Edeltraut Trautzsch noch Edeltraut Wiesner, was sich für alle Verwandten und Bekannten, Nachbarn und Arbeitskollegen sehr viel einfacher rufen ließ. Vor allem die verkniffene Arzthelferin, die bei ihrem Hausarzt hinter dem Tresen stand, hatte jedes Mal noch schlechtere Laune, wenn sie laut rief: "Edeltraut Trautzsch, bitte". Dann lachte Edeltraut wieder bis ihr Dutt und ihr Oberkörper bebten und alle Patienten im Wartezimmer lachten mit.  An diesem warmen Frühlingstag, einem Donnerstagnachmittag, hatte Edeltraut ihre drei Freundinnen aus dem Lesezirkel eingeladen. Und wie jedes Mal gab es Kaffee & Kuchen und danach ein Gläschen Eierlikör, den Edeltraut stets für sich, für Herrn Trautzsch u...

Osterhasenschwips

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Der Osterhase lag ausgestreckt auf einer Wiese, inmitten vieler Schneeglöckchen, und öffnete mühsam nacheinander die Augen. Mit seiner kleinen Nase schnupperte er ringsherum und ließ seine feinen Barthaare vibrieren. Neben ihm lagen viele bunte Eier im Gras, die aus seinem umgekippten Osterkorb gekullert waren. Er stützte seinen schweren Kopf auf und versuchte sich zu erinnern, wann und warum er hier eingeschlafen war. Was war nur geschehen? Noch am zeitigen Morgen war er mit seinem großen Korb losgehoppelt und hatte in den Gärten des kleinen Dorfes am Rande der Stadt begonnen, die ersten Ostereier zu verstecken. Einige legte er vorsichtig unter einen Busch, andere in ein Gemüsebeet und ein besonders schönes regenbogenfarbenes Ei in den Sandkasten eines Kindes. Der Hase hatte geschmunzelt, als er die von den Menschen bereits gefüllten Osternester gesehen hatte. Manche waren mit verschiedenen Süßigkeiten gefüllt, in manchen lagen Söckchen oder duftende kleine Päckchen aus der Parfüm...

Der stille Tod und die Macht des Duftes

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Das beleuchtete Taxi stand im Licht der alten Straßenlaterne unter einer großen Kastanie. Durch den Schnee, der die Äste überzogen hatte, sah der Baum mit seiner gewaltigen Krone nicht mehr ganz so kahl aus. Auch der angrenzende Park wirkte durch das Weiß frisch und rein. In wenigen Tagen würde es anders aussehen, wenn es wärmer werden, der Schnee zu schmelzen beginnen und sich der Schmutz der Stadt im Weiß zeigen würde. Doch vorerst, so hatte zumindest der Nachrichtensprecher im Autoradio angekündigt, würde es kalt bleiben. Ronny, der Taxifahrer, kratzte sich unter der braunen Wollmütze am Kopf. Eigentlich nannten ihn alle Ron, nur seine Mutter nicht. Schon als Kind hatte er die Schultern hochgezogen, wenn sie hinter ihm laut seinen vollen Namen rief. Doch das war nun schon über dreißig Jahre her. Er fuhr seit dem Morgen dieses Taxi und weil sein Kollege sich für heute krankgemeldet hatte, würde er noch bis zum Abend hinter dem Lenkrad sitzen. Ron resümierte den bisherigen Tag und ...

Silvester 2020 - Gedanken und Wünsche

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Kann mir einer von euch, liebe Leser, sagen, was er oder sie z. B. an einem bestimmten Tag vor 10 Jahren gemacht hat? Na? Ich könnte es sofort. Ich würde meinen Kalender aus dem Schrank nehmen und dir vorlesen, wie mein Tag an diesem Datum aussah. Und du? Was hast du gemacht? Oder sagen wir am 23. Juli 2019? Na? Hattest du an einem bestimmten Tag einen besonderen Termin, war es ein schöner, unvergesslicher Tag? Eben dafür sind Kalender da. Wir tragen Termine und Ereignisse ein, dazu noch den Ort, ein paar Worte oder Eindrücke. Jedenfalls mache ich das seit vielen Jahren so und fast sind meine Kalender kleine Tagebücher, von denen ich mich nicht mehr trennen möchte. In meinem diesjährigen Kalender jedoch sind so viele leere Seiten wie in keinem anderen zuvor. Oder durchgestrichene Termine, die mich klagend anschauen - als würden sie fragen: warum bin ich durchgestrichen, wurde ich vergessen? Was kam dir dazwischen? Hattest du keine Zeit? Oder keine Lust? Nein, denke ich laut. Ich ...

Das unverhoffte Licht der Hoffnung

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Die rote, schlanke Hülse an dem langen Holzstab war noch in ihrer Verpackung vom letzten Jahr. Die Rakete lag vergessen im Schrank; vergessen, als letztes Jahr Silvester der Himmel über der Stadt um Mitternacht hell erleuchtete. Sämtliche Raketen, die erst zischten, dann knallten und die in allen Farben erstrahlten, kurz bevor sie verglühten, trugen Wünsche in sich, überall auf der Welt. Das war auf den Tag genau vor zwölf Monaten.  Heute jedoch bleibt der Nachthimmel dunkel. Kein Zischen, kein Knallen und kein Leuchten. Und ab 21 Uhr werden, zumindest hier im Auenland, auch keine Menschen mehr auf den Straßen unterwegs sein. Aber das alles wusste die Rakete nicht. Einsam lag sie neben einem Paar ausrangierter dunkelgrüner Gummistiefel in einem alten Schrank und wartete. Die Rakete hatte das ganze Jahr über gewartet und dabei den Gesprächen der Hausbewohner des Mehrfamilienhauses gelauscht - den Frauen, die ihre Waschmaschinen füllten; den Männern, die Fahrräder flickten oder d...

Die Weihnachtsmaus - 4. und letzter Teil

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Die Worte, die durch den Stoff der warmen Winterjacke zu Amanda drangen, waren leise und gedämpft. Amanda spürte, dass die Bewegungen gestoppt hatten. Unsere Weihnachtsmaus hörte eine warme, tiefe Stimme und eine hohe, freundliche Stimme, die der warmen Stimme antwortete. Und da war noch eine leise, junge Stimme, die ihr am nächsten war. Was Amanda nicht wusste war, dass sie nicht mehr im Kaufhaus sondern mit dem kleinen Menschen und seinen Eltern im Auto saß. Der Junge, der auf der Rückbank angeschnallt war, sprach nicht viel. Er war ein schweigsamer und eher in sich gekehrter 9jähriger Junge. Er hatte nicht viele Freunde, zog sich oft in sein Reich zurück und malte dann mit blauer Farbe, seiner Lieblingsfarbe, auf einer Staffelei, die neben dem Fenster stand. Die Kunstlehrerin in der Schule sah nur was sie sehen wollte, nicht aber das Talent des Jungen.  Die warme, tiefe Stimme gehörte zum Vater des Jungen, der das Auto sicher nach Hause lenkte. Mit der freundlichen Stimme ...

Die Weihnachtsmaus Teil 3

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Amanda spürte ihre kalten Mäusefüße und sah sich um. Viele Besucher des Weihnachtsmarktes kamen und gingen in die Richtung, aus der eine leichte Wärme zu spüren war. Neben dem Weihnachtsmarkt stand ein altes Gebäude, das große Kaufhaus der Stadt. Die breite Eingangstür öffnete sich automatisch, ging immer wieder auf und zu. Unsere Weihnachtsmaus huschte mit einem Strom an durchgefrorenen Weihnachtsmarktbesuchern in das Gebäude.  Amanda fand sich inmitten der Menschen auf einer Rolltreppe wieder. Das gefiel unserer kleinen Weihnachtsmaus sehr. Sie fuhr mehrmals hoch und wieder hinunter und staunte darüber, dass es grosse Menschen, z.B. mit langen Haaren oder mit Bärten, und kleine Menschen, die zum Teil noch nicht laufen konnten, gab.  Eine ganz andere Art von Düften drang in Amandas kleine Nase. Es waren Düfte, die unsere Weihnachtsmaus noch nicht kannte. So stand sie just vor einer Parfümerie, in der gar keine kleinen Menschen zu sehen waren. Ringsum standen kleine Flasch...

Die Weihnachtsmaus Teil 2

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  Nun begann ein reges Treiben an der großen Tanne. Die Weihnachtsmaus saß auf der Tannenspitze und beobachtete die Menschen und deren eifriges Handeln. Als es begann zu dämmern, schlief Amanda nach all der Aufregung erschöpft ein. Sie verpasste das Jubeln der Menschen, als auf ein "3, 2, 1 ..... und los" des Bürgermeisters hin, der Weihnachtsbaum nun mit seinen vielen Lämpchen in der Dunkelheit hell erstrahlte. Unsere Weihnachtsmaus erwachte erst, als sich nur noch wenige Menschen auf dem Markt befanden. Amanda blinzelte mit ihren kleinen Knopfaugen, als sie die vielen kleinen Lichter sah, die sie blendeten. Plötzlich nahm sie einen Geruch wahr, der ihr in die Nase stieg und ihr das Wasser in ihrer kleinen Schnute zusammenlaufen ließ. Gleich neben der Tanne entdeckte unsere kleine Weihnachtsmaus eine Holzbude, in der leckere Bratwürste auf dem Grill lagen. Amanda sauste blitzschnell den Stamm hinab. Sie wartete bis der Verkäufer später die Holzbude abschloss und sich ...

Die Geschichte der Weihnachtsmaus Amanda - meine diesjährige Weihnachtsgeschichte 🌲

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                                                                Teil 1      Die kleine braune Feldmaus war an diesem feuchtgrauen Novembermorgen wie jeden Tag auf Futtersuche, als sie ein ihr unbekanntes Geräusch vernahm. Sie stutzte, unterbrach ihr Knabbern an einem Tannenzapfen und schaute in die Richtung, die sie in diesem Moment so irritierte. Der sonst so stille Wald bot Schutz für die heimischen Tiere, die dort ihre Nahrung fanden oder sich im Dickicht verstecken konnten. Selbst kleinste Tiere fanden Schutz im grünen Farn oder im weichen Moos. Ein großer grauer LKW mit grüner Aufschrift und zwei dazu passende Autos waren den holprigen Waldweg bis zu der Lichtung gefahren, auf der die kleine braune Feldmaus saß. Im Schatten der großen Tanne, unter der sie an ihrem Tannenzapfen knabberte, lagen noch viele ...

Der Klang der handgeschrieben Worte

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Helene saß an einem regnerischen Sonntagmorgen an ihrem Schreibtisch und schaute aus dem Fenster. Sie sah zu, wie sich die Regentropfen am Glas zu feinen Rinnsalen zusammenfanden und den Weg herab zum Fensterbrett nahmen. Fast wie auf dem Glas an der nassen Duschtür, dachte Helene. Vorbei war der heiße Sommer, die noch warmen Tage des Herbstes. Vor ihrem Fenster war Regen und das Grau des Novembers - und immer wieder dachte sie an den Sommer, seine Wärme und die mit dem Sommer verbundenen Düfte und Geräusche. Helene hatte sich entschieden, heute ihren Schreibtisch aufzuräumen, da das Wetter nicht zum Verlassen der Wohnung einlud. Ihr Schreibtisch war ein alter Sekretär, den sie von den Großeltern geerbt hatte. Wenn sie das Schloss öffnete und das halbrunde Holzrollo knarrend nach oben schob, dann konnte sie oberhalb der Schreibfläche die vielen kleinen Fächer sehen, in die sie die letzten Wochen hinweg die Post einfach nur achtlos hineingelegt und lediglich die Rechnungen bezahlt h...

Der lachende Kürbis - eine Kindergeschichte

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Im Frühjahr hatten Dorchen und Anita mit dem Papa Kürbiskerne in kleine Pflanzschalen gesteckt und diese im Gewächshaus regelmäßig gegossen. Als die kleinen Pflanzen kräftig genug waren, pflanzten die Drei die zarten Kürbispflanzen am Kompost in die Erde.   In diesem Jahr waren die Schnecken besonders gefräßig und so blieben nur ein paar Pflanzen übrig. Diese aber wuchsen & blühten und so waren im Herbst drei kleinere und ein großer Kürbis bereit, um geerntet zu werden.   Mama hatte im Kochbuch schon ein Rezept für eine leckere Kürbissuppe ausgesucht und  Papa holte den großen Kürbis mit der Schubkarre zum Haus. Die drei kleinen Kürbisse kamen zur Dekoration auf die Terrasse, wo schon eine riesige Zucchini lag, Heidekraut und eine Schale Nüsse vom letzten Herbst, die bei den Eichhörnchen besonders beliebt waren.   Anita und Dorchen hatten sich lange darüber gestritten, ob der Kürbis in diesem Jahr ein lustiges Gesicht bekommen sollte oder eine gruselige Grimasse....

Eine Geschichte über uns, unser Verhalten und über diese Zeit, die in die Geschichte eingehen wird ....

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Manchmal fällt es mir schwer für meine Geschichten die richtigen Überschriften zu finden. Sie sollten nach Möglichkeit Interesse und Neugier wecken, Vorfreude auf die Geschichte an sich machen und trotzdem kurz und knapp sein. Meistens schreibe ich zuerst die Geschichte und knabbere dann im Nachhinein für die Überschrift an meinem imaginären Bleistift. Doch heute fiel mir die Überschrift zuerst ein, noch vor den Zeilen, die zum Teil Geschichte, zum Teil Gedanken und die daraus entstehenden Fragen sind. Diese Geschichte dreht sich, auch ich komme an diesem Thema nicht vorbei, um unser Zusammenleben mit Corona und deren vielen Tentakeln. Obwohl ich im April meine so sehr ersehnte Reise in die Toskana nicht antreten und nur einen fiktiven Reisebericht über diese Reise schreiben konnte, den ihr vielleicht gelesen habt, und bei dem ich das Thema Toilettenpapier noch auf die Schippe genommen habe, so kommt es mir nun vor, als erlebe ich ein Dejavue. Ich musste weinen, als ich die erste...

Die Zeit der Lichterfee ist gekommen

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Eine Geschichte für Groß und Klein Im Herbst, wenn sich die Blätter an den Bäumen in kräftiges Rot, Gelb, Orange oder Braun färben, dann bleibt auch bald die Wärme des Spätsommers aus. Es fallen die ersten bunten Blätter tanzend zur Erde und lachende Kinder rascheln durch die zusammengeharkten Laubhaufen. Ab und zu huscht ein Igel auf der Suche nach seinem Winterquartier über den Rasen,  erschrickt und rollt sich zu einer stachligen Kugel zusammen, wenn sich eine Walnuss vom Nussbaum löst und plötzlich neben ihm im Gras landet.  Zu dieser Zeit sind die Tage bereits kürzer, die Straßenlaternen gehen zeitiger an und in den Häusern leuchtet nun schon vor dem Abendessen das Licht in den Fenstern. Wenn die Dunkelheit der Dämmerung folgt, dann kann man manchmal im Garten, auf den Wiesen oder im Stadtpark ein sanftes Leuchten sehen. Dann kommt sie, dann ist es die Zeit der Lichterfee. Nur Kindern ist es möglich, diese schöne, leuchtende Gestalt zu sehen. Wenn die Kinder älter ...

Helenes Reise nach Görlitz, die Vergangenheit und Zukunft vereinte

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Den Tag, an dem sich alles für sie änderte, wird Helene nie vergessen. Sie war aus dem Büro nach Hause geeilt, hatte sich in der Küche einen Espresso gemacht und ihn im Stehen getrunken, als es plötzlich klingelte und die freundliche Postbotin vor ihrer Tür stand. Sie kannten sich vom Sehen, denn schon oft hatte Helene Pakete für die Nachbarn angenommen. Manchmal winkten sie sich vor dem Haus oder in der Straße kurz zu, wenn Helene aus dem Büro kam. Helene drehte den Brief in ihrer Hand hin und her. Neugierig öffnete sie ihn mit einem kleinen schwarzen Küchenmesser, rutsche ab und etwas Espresso lief auf den Umschlag, als die kleine weiße Tasse umkippte. Hastig wischte Helene mit dem Geschirrtuch die winzige Pfütze vom Umschlag und stellte erleichtert fest, dass die Papiere darin unversehrt geblieben waren. Eine Kanzlei Rosenberg aus Görlitz teilte Helene mit, dass sie in einem Testament bedacht und in 14 Tagen zu einer Testamentseröffnung eingeladen sei. Helene schaute mit ihren...