Posts

Weihnachten in Not

Bild
Am Tag vor Heiligabend, also am 23. Dezember, war auf dem kleinen Marktplatz, direkt neben der alten Feldsteinkirche, helle Aufregung. Der elfjährige Kurt hörte das Stimmengewirr durch sein Fenster, das zum Lüften noch offen stand. Schnell griff er nach seiner warmen Jacke, setzte die Mütze auf und zog die Eingangstür hinter sich zu. Er folgte den lauten Stimmen. Dann sah er, was die Bewohner so in Aufregung versetzte. Der bunt geschmückte Weihnachtsbaum fehlte; er war einfach weg! Wie konnte das sein? Kurt erinnerte sich an den Tag, als die Feuerwehr dabei geholfen hatte, die große Tanne aus dem Garten von Familie Albrecht zum Marktplatz zu bringen und dort aufzustellen. Frau Müller-Schmidt, die Leiterin des Kindergartens, war mit den Kindern gekommen und jedes Mädchen, jeder Junge hatte einen selbstgebastelten Stern an den Weihnachtsbaum gehängt. So war es jedes Jahr Tradition -  genauso wie es Tradition war, dass die Bürgermeisterin am selben Abend die Lichterkette zum Leuchten ...

Heiligabend bei Familie Trautzsch

Bild
Was für ein Weihnachtstag! Edeltraut lag nach all dem Chaos in ihrem Bett und wartete. Ihr großer Zeh war geschwollen und puckerte. Und das, obwohl sie alles so gut vorbereitet hatte. Wer hätte gedacht, dass sie alle bei so viel Durcheinander doch noch gemeinsam "Stille Nacht, heilige Nacht" singen würden. Dabei hatte rückblickend alles so entspannt begonnen. * Es war am Morgen des 24. Dezember. Edeltraut, schon länger wach, lauschte dem leisen Schnarchen ihres Mannes, sein gleichmäßiges "Hrrrrrrrrrrrr pchchchch" tönte mit dem Ticken des Weckers um die Wette. In wenigen Tagen würde das Jahr zu Ende und sie selbst mit großen Schritten auf ihrem 70. Geburtstag zu gehen. Wo waren nur all die Jahre geblieben? Edeltraut Trautzsch, in jeder Hinsicht eine robuste Frau, sowohl körperlich als auch mental, schien jeder Lebenslage gewachsen, hatte das Herz am rechten Fleck und auf der Waage einige Kilo zu viel. Ihr üppiger Busen war noch in Form und wenn sie lachte, steckte ...

Das vierte Postpaket

Bild
Nun meldete sich auch das letzte Paket zu Wort. Es war sehr groß und berichtete von seinem Inhalt und dem Weg aus der Toscana nach Deutschland, in diese Hauptpost. Seine ersten Worte galten dem Paket, das so hübsch weihnachtlich verpackt war: "Buonasera! Soll ich dir etwas verraten? Irgendwie  sind wir Nachbarn. Guck mal auf meinen Paketschein.", lachte es. Und tatsächlich! Der Absender des ersten Paketes und der Empfänger dieses Paketes hatten die gleiche Straße und beinahe dieselbe Hausnummer. Helene Kaiser wohnte mit ihrer Familie direkt neben dem Ehepaar Trautzsch. Nur die nun kahlen Gärten trennten die Häuser. Wann immer sich Helene oder Edeltraut trafen, winkten sie sich zu oder erzählten miteinander. So manches Mal hatte Frau Trautzsch auf die Zwillinge Ada und Albert aufgepasst oder Helene auf andere Weise unterstützt. Helenes Mann kam oft erst spät aus dem Büro. Als es das erste Mal um die Vorbereitungen zum diesjährigen Weihnachtsfest ging, wollte er wissen, ob die...

Das zweite Postpaket

Bild
Das nächste Paket, welches sich in der Dunkelheit zu Wort meldete, war das nagelneue Paket mit dem Logo von Amazon. "Auch ich bin ein Weihnachtspaket, eines von sehr vielen, die jeden Tag verschickt werden. Aber so schön und liebevoll wie du bin ich nicht umwickelt.", sagte es und blickte etwas neidvoll  auf das erste Paket. "Gepackt hat mich jemand, der den Empfänger überhaupt nicht kennt. Mich bekommt nämlich ein Kind, das sehr gern zu Weihnachten seinen Papa bei sich hätte. Aber das geht nicht. Soll ich euch davon berichten? ", fragte das Paket, holte tief Luft und begann seine Geschichte zu erzählen. * Herr Schütti sah gar nicht aus wie ein Kapitän. Irgendwie stellt man sich doch einen Mann in seiner Position als älteren, erfahrenen Mann mit weißem Haar und weißem Bart vor. Herr Schütti war definitiv erfahren; hatte mit seinen rund vierzig Jahren aber noch kein graues Haar. Souverän steuerte er große Kreuzfahrtschiffe über die Ostsee und über die Nordsee. Hier ...

Das erste Postpaket

Bild
Als sich der letzte Mitarbeiter der Hauptpost auf den Heimweg machte, löschte er das Licht und verschloss sorgfältig die Türen. Ruhe kehrte ein. Die vier Pakete, die in einem Regal lagen, umhüllte jetzt Dunkelheit. Morgen würden auch sie verteilt werden. Nun lag eine ganze Nacht vor ihnen und sie hatten Zeit sich kennenzulernen, von sich und ihrer Reise zu erzählen. Das weihnachtlich verpackte Paket rückte sich zurecht und begann als erstes von sich zu berichten. Es sprach von seinem Inhalt, einer leckeren Stolle und diversen Leckereien, die Edeltraut Trautzsch liebevoll für ihren Sohn und dessen Familie verpackt und ihren Mann mit dem Paket zur Post geschickt hatte. * "Also ich weiß nicht, Herbertchen. Das hat es  doch noch nie gegeben! Wie kann es denn jetzt schon so heftig schneien? Wir haben immerhin noch November!  Komm doch mal und hilf mir mit dem Paket. Herbert! Nun trödel doch nicht! Die Post hat nicht den ganzen Tag geöffnet. Das Paket muss heute noch abgeschickt we...

Das dritte Postpaket

Bild
Das kleinste Paket, ein Päckchen, war die ganze Zeit über sehr still geblieben. Es hatte zugehört, worüber sich die anderen Pakete unterhielten. Nichts an ihm selbst erinnerte an Weihnachten, an etwas Schönes. Keine Weihnachtskarte, kein Geschenkpapier, keine Weihnachtsplätzchen. Lieblos hatte der Absender den Inhalt nach einem Telefonat in die hellgrünen Maispöpsel  getan und das Paket flüchtig, beinahe unleserlich, beschriftet. Dann war der Mann zur Post geradelt, hatte wortlos  der freundichen Frau am Schalter zugenickt und rasch wieder die Poststelle verlassen. Was in dem Päckchen war? Lasst es euch erzählen. * Henning Baumann war seit drei Jahren Leiter des Bauamtes. Seinen Namen mochte er seit dieser Zeit überhaupt nicht mehr. Er kannte die Späße über ihn, wenn es hieß: "Ach, der Baumann vom Bau(m)amt". Und dann auch noch diese blöde Weihnachtsfeier, auf die sich seine Sekretärin täglich aufs Neue freute. Hätte es nicht gereicht auf den Weihnachtsmarkt zu gehen? Nei...

Einleitung zu meiner Weihnachtsgeschichte 2024

Bild
Wer kennt sie nicht, diese schönen und  imposanten Gebäude aus alten Zeiten, mit ihren Erkern, Säulen, Ornamenten und aufwendigen Verzierungen. Gebäude, die Geschichte erlebt haben; teilweise zerstört und restauriert, manche noch im Glanz der alten Zeit zu bewundern. An vielen dieser historischen Gebäude steht gut zu lesen "Hauptpost". Als Hauptpost dienen einige von ihnen jedoch nur noch eine begrenzte Zeit. Ich erinnere mich an die großen, alten Holzschreibtische mit den halbrunden Aufsätzen. Die Post aus meiner Kindheit ist jedoch eine andere als heute. Meine diesjährige Weihnachtsgeschichte spielt in einer solchen Hauptpost. Dort liegen vier Postpakete dicht beieinander. Vier Pakete, die in der Vorweihnachtszeit darauf warten, von ihren Empfängern ausgepackt zu werden und die unterschiedlicher nicht sein können. Eines ist in weihnachtliches Geschenkpapier gewickelt und ordentlich beschriftet. Ein weiteres ist sehr klein, eher ein Päckchen. Das dritte Paket wurde schon oft...

Der Weihnachtsfrosch - eine Kindergeschichte im Advent

Bild
Das ganze Jahr über hatte der  kleine, grüne Frosch auf diesen Tag gewartet und heute war es endlich so weit. Aufgeregt blickte er auf die glatte Wasseroberfläche des Gartenteiches, an dem er schon ein paar Jahre lebte. Er zupfte die rote Mütze mit der weißen Bommel auf seinem Kopf zurecht und lächelte zufrieden seinem Spiegelbild zu. Diese Mütze lag ein ganzes Jahr unter einem welken Blatt versteckt. Der Frosch hatte sie im letzten Winter gefunden und war sich sicher, dass die Mütze einem Weihnachtswichtel gehörte. Doch es war kein Wichtel erschienen, um seine Weihnachtsmütze abzuholen. Schnell wurde dem Frosch klar - er musste handeln! Wenn der Weihnachtswichtel nicht kommt, dann muss er eben einspringen! Viele Monate sammelte der Frosch im Garten Dinge, mit denen er am Weihnachtsabend seine Familie und Freunde beschenken könne. Er plante und überlegte. Und so wurde aus dem kleinen, grünen Frosch ein echter Weihnachtsfrosch! Am Heiligen Abend strich er die Mütze auf seinem Kop...

"Abschied" Teil 2 Die Geschichte

Bild
  Dass sie diesen Mann nie wieder sehen würde, war ihr klar. Das hätte sie auch nicht gewollt. Und auch wusste sie instinktiv, dass es nur seine Worte waren, die er von einem Zettel ablas. Es waren die Worte an sich, die er sagte: " Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden". Sie schloß einen Moment die Augen und verinnerlichte dieses Zitat. Alsbald war die Veranstaltung vorbei und der Mann, der kurz zuvor noch auf der Bühne stand, verschwunden. Seit diesem Moment waren viele Jahre vergangen. Doch heute dachte sie wieder an dieses Zitat. Sie saß im Park auf einer Bank. Eine Stunde zuvor hatte die Auswertung der Laborergebnisse die  Diagnose des Arztes bestätigt. Es fühlte sich an, als ob die Welt für einen Moment stehenblieb - ihre Welt. Denn der Bach plätscherte genauso wie beim letzten Mal, als sie hier spazierengegangen war. Unweit spielten Kinder mit einem Ball, sie konnte deren Lachen hören. Und sie hörte das Baby in dem Wagen einer jungen Frau, die an i...

"Abschied" Teil 1 Das Vorwort

Bild
Liebe Leserinnen, liebe Leser! Diese Geschichte, für die ich mir im grauen Monat November Zeit genommen habe, wird einfach nur hier ruhen. Wer sie braucht, wird sie finden, in Ruhe lesen und vielleicht etwas Trost darin spüren.  Nachdem die Gartengeschichte vom kleinen Regentropfen überraschend seit einigen Jahren zu einem wärmenden Begleiter des Abschiedes wurde, habe ich in Zusammenarbeit mit einer guten Bekannten überlegt, bewusst eine Abschiedsgeschichte zu schreiben. Bettina, die euch im Trauerfall mit Rat, Tat und Gefühl zur Seite stehen kann, wird die Geschichte vorlesen - ob im Hospiz oder zum Trost für die Angehörigen und auch auf ihrer Internetseite.  https://lebenswerkstatt-bettina.de/ https://lebenswerkstatt-bettina.de/aktuelles Als ich diesen Sommer im Elsass die Seifenblasen gesehen und fotografiert habe, wusste ich bereits, in welcher Geschichte sie ihren Platz finden werden.  Ich nenne diese Geschichte einfach nur "Abschied".  Fühlt euch umarmt und ge...

Ein Herbsttag mit Überraschungen bei Familie Trautzsch

Bild
Edeltraut Trautzsch blickte besorgt aus dem Küchenfenster zu ihrem Mann, der blass und erschöpft auf der Gartenliege schlief. Noch gestern hatte er genüsslich die von ihr zubereiteten Waldpilze verspeist und ihre Kochkünste gelobt. Doch jetzt? Sie machte sich Sorgen um ihren Herbert. Dabei hatte der Tag so entspannt begonnen. Die warme Herbstsonne hatte das Ehepaar Herbert und Edeltraut Trautzsch hinaus ins Freie gelockt. Die Luft roch würzig - nach Laub, Holz und Moos. Rote und gelbe Farben dominierten in der Natur. Sie waren auf ihre Fahrräder gestiegen und im nahen Wald auf Pilzsuche gegangen. Es hatte auch nicht lange gedauert bis der Korb mit Steinpilzen gefüllt war. Herbert wollte unbedingt noch eine Krause Glucke mitnehmen, die Edeltraut jedoch ablehnend begutachtete. "Herbertchen, ich weiß nicht, die hat ihre besten Tage hinter sich!", meinte sie. Doch Herbert bestand auf seiner Pilzmahlzeit, welche am Abend frisch zubereitet, herrlich würzig duftete. "Edeltraut!...

Eine Geistergeschichte für Kinder

Bild
Geht es euch auch so, wenn ihr im Dunkeln durch die Straßen geht, dann ist es manchmal irgendwie gruselig. Und das, obwohl es gar keinen Grund dafür gibt. Manchmal raschelt es hinter einem Busch, plötzlich geht die Straßenlaterne aus oder das Quietschen einer Tür kommt einem unheimlich vor. Dabei ist nur ein Igel, eine Schwankung im Stromnetz oder das Garagentor eines Nachbarn. Und trotzdem denkt so mancher von uns an einen Geist und fürchtet sich. In einer kleinen Stadt an der Elbe war das tatsächlich einmal so - ein Geist wandelte nachts durch die Straßen! Doch von jedem, dem er begegnete, bekam er ein freundliches HALLO. Der Geist konnte sich das nicht erklären! Er hatte wirklich alles versucht. Hier ein leises "Pssspsss" hinter einer Hecke, da der Versuch jemanden zu erschrecken, in dem der Geist sich unsichtbar machte und der Postfrau vorsichtig an den Haaren zog. Oder er pustete der Ortsbürgermeisterin in den Nacken. Nicht einmal die Kinder im Kindergarten erschraken, ...

Herbstmorgen

Bild
Wann genau der Spätsommer in den Herbst übergeht, lässt sich gar nicht so genau sagen. Scheinbar fließend, denn wer möchte die Spätsommertage gern hergeben? Noch wärmt die Nachmittagssonne, erste Blätter färben sich und der Duft von frischem Heu weicht langsam dem Geruch von herabfallendem Laub, Harz und Moos. Und dann sind sie da, die ersten Herbstnebel. Für manche sind sie ein Graus, morgens auf der Fahrt zur Arbeit. Doch am Wochenende, wenn die Uhren langsamer zu gehen scheinen, dann ist ein Herbstnebel durchaus faszinierend. So wie heute. Er schwebt über der Elbwiese und verschluckt die uns bekannten Geräusche. Kühl und frisch ist die Luft, von den Blättern perlen kleine Wassertropfen. Die nahe Elbe ist kaum zu sehen, nur leise kann man ihr Wasser wahrnehmen. Es knackt; ein Biber ist auf der Suche nach Futter. Er blickt zu den jungen Ästen der alten Kopfweiden. Unweit steht ein Baum, der schon länger keine Blätter mehr trägt. Auf seinen Ästen sitzen Krähen und rufen. Bevor sich ...

Das Märchen der Zauberäpfel vom Apollensberg

Bild
  Westlich der Stadt Wittenberg, im Ortsteil Apollensdorf, da steht er - der Apollensberg! Von seinem Gipfel aus kann man sehen, wie sich die Elbe durch die Elbaue schlängelt. Schon viele hundert Jahre flattern Schmetterlinge über die Streuobstwiese, über seltene Pflanzen, wie einst die Pechnelke, und auf den Steinen sonnen sich Schlingnattern in der Abendsonne. Aber noch etwas gab es dort - die Zauberäpfel vom Apollensberg. Vor vielen hundert Jahren stand auf dem Apollensberg eine Kapelle. Sie war nicht sehr groß. Wenn durch die Bleiglasscheiben das weiche Licht der Abendsonne schien, spiegelten sich die bunten Farben im Gesicht der jungen Frau, die im Sommer jeden Abend in dem kleinen Garten nebenan Blumen,  aromatische Kräuter und junge Weinreben goss. Eines Tages entdeckte sie unweit der Kapelle einen Apfelbaum. Er musste dort über Nacht gewachsen sein, denn nie zuvor war ihr der Apfelbaum dort aufgefallen. Die junge Frau streckte sich und pflückte vorsichtig einige rote ...

Feuerwehrkinder ganz groß

Bild
Der kleine Horst war mit seinen sieben Jahren nicht mehr der Jüngste aber auch nicht der Älteste bei den Feuerwehrkindern. Er wollte so sein wie sein Papa, der bei jedem Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr mit den anderen Feuerwehrmännern und Feuerwehrfrauen entweder einen Brand löschte, nach einem Sturm Bäume von der Straße räumte oder nach einem Gewitter vollgelaufene Keller leer pumpte; und sogar schon einmal die Katze von Frau Trautzsch gerettet hatte, als sie von deren großen Nussbaum nicht mehr selbst herabklettern konnte. Horst war sehr stolz auf seinen Papa, der heute Abend in seiner blauen Feuerwehruniform vom Bürgermeister eine Auszeichnung erhielt. Papa und all die anderen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr feierten im Rathaus ihr 20jähriges Jubiläum. Wenn Horst eines Tages groß sein wird, dann bekommen er und die anderen Feuerwehrkinder auch eine solche Urkunde, darauf freuten sie sich schon. Denn jedes Mal, wenn sie zum Gerätehaus gingen, dann staunten die Jungen und Mädc...

Commissaria Barbara Barbera und die Tote im Pool

Bild
Von ihrem Platz aus konnte Commissaria Barbara Barbera genau auf die Kirchturmuhr blicken. Der Piazza, auf dem die Kirche vor einigen Jahrhunderten erbaut wurde, war nicht weit entfernt. Heute Abend leuchtete nicht nur der Kirchturm; auch das ganze Städtchen schien von der Abendsonne in ein weiches Orange getaucht zu sein. Solche wunderschönen Sonnenuntergänge gibt es nur hier im Herzen der Toscana, dachte die Commissaria. Sie war über das lange Wochenende zu ihren Eltern gekommen, die noch immer in dem Casa wohnten, in dem die Commissaria aufgewachsen war. Vier freie Tage, und weit genug von der Questura entfernt, um angerufen zu werden, falls man sie im zweihundertzwanzig  Kilometer entfernten Macerata brauchen würde. Nein, sie hatte frei und freute sich auf diesen schönen Abend. Sie hörte den vielen Stimmen zu, die um sie herum erklangen. Ihre Familie, Freunde, Nachbarn - sie alle saßen an einer langen Tafel. Dieses Stadtteilfest war schon viele, viele Jahre zur Tradition gewor...