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Die Dame mit Hut

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Als ich mir im Vorfeld überlegte, wie ich  meine neue Geschichte, die übrigens wieder in Italien spielt, nennen würde, fiel mir sofort dieser Name ein: Die Dame mit Hut. Auch wenn mir sofort klar war, dass manche(r ) von Euch sich diese Dame beim Lesen der Geschichte bestimmt ganz anders vorstellt, als ich sie kennengelernt habe. Es war an einem Frühlingstag, die Italiener nennen diese Jahreszeit übrigens Primavera und schenken diesem Wort beim Aussprechen eine sehr schöne Melodie. Ich saß auf der Terrasse eines Cafès und nippte an einem Espresso, wie wir in Deutschland sagen, und woran die Kellner sofort erkennen, dass du kein Italiener bist. Die Italiener bleiben nämlich an der Bar stehen, sagen "Un caffè per favore" und trinken ihn im Stehen, während sie mit Nachbarn oder Bekannten sprechen. Dabei legen sie ihren Euro auf die Theke und sind auch gleich wieder verschwunden. Ich dagegen genoss ihn im Sitzen und freute mich über das neue rote Sommerkleid in der  Tüte, die an...

Knut's Knutfest

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  "Ausgerechnet mir muss das passieren!", knurrte Knut mürrisch vor sich hin. Als ob er heute nicht schon oft genug der Lacher des Abends war. Fast jeder, der ihn kannte, hatte einen Spruch für ihn. Ob es denn Knut's eigenes Fest wäre oder, ob er in Schweden so bekannt wäre, dass man das Knutfest nach ihm benannt habe. Und nun auch noch die Kommentare, dass er auf gar keinen Fall zum Verkäufer für Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt umschulen solle; oder die Frage, ob er mit seinen Händen grad die Temperatur des Wasser fühlen würde. Knut saß in seiner Feuerwehruniform am fast niedergebrannten Feuer und hielt seine geschwollenen Hände in eine Schüssel mit kaltem Wasser. Im Laufe des Abends hatte er beim Verkauf der Bratwürste mitgeholfen und wollte nur den Frauen am Getränkestand behilflich sein, den Topf mit dem Glühwein vom Herd zu nehmen. Aber genauso schnell wie er zugriff, ließ er den Topf wieder los. Die Henkel des Topfes waren genauso heiß wie der Glühwein selbst. Beid...

Vom Karli, der nachts keine Angst mehr hatte

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  Karl, den alle nur Karli nannten, war ein fröhlicher Junge mit Sommersprossen, blauen Augen und Haaren, die genauso braun waren wie Gustel, der kleine Hund, und die stets nach allen Seiten von seinem Kopf abstanden. Seit ein paar Monaten versuchte Karli genau wie sein Papa sie am Morgen mit einem nassen Kamm zu kämmen und mit etwas Gel zu einer Frisur zu formen. Karli ging seit ein paar Monaten zur Schule und durfte sogar schon vom Schulbus alleine nach Hause gehen. Das einzige wovor sich Karli fürchtete, war die Dunkelheit in seinem Zimmer, wenn die Sonne unterging. Neben seinem Bett stand  noch immer das kleine Nachtlicht, das ihm schon seit vielen Jahren leuchtete, wenn er nachts wach wurde. Und doch traute er sich in der Nacht nicht zur Toilette zu gehen  - im Flur könnten ja Gespenster auf ihn warten. Mama und Papa waren ratlos. Erst der Weihnachtsmann kam auf eine wunderbare Idee. Am Weihnachtsabend, als er bei Karlis Familie im Wohnzimmer die bunten Päckchen au...

Ein Weihnachtsbaum voller Geschichten

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An diesem Morgen, ein Morgen in der Zeit der Rauhnächte, stand ich vor unserem Weihnachtsbaum. Es war noch nicht richtig hell und in den vielen verschiedenen Weihnachtsbaumkugeln spiegelte sich das Licht der Weihnachtsbaumbeleuchtung. Die Lichterkette verströmte ein warmes Licht, nicht dieses Kaltlicht, wie man es neuerdings fast nur noch zu kaufen bekommt. Der Weihnachtsbaum war nicht perfekt, nicht im Wuchs perfekt. Er war die Spitze einer großen Tanne, die eng zwischen vielen anderen Nadelbäumen stand. All die  Bäume waren eigens dafür angepflanzt worden, um in der Adventszeit als Weihnachtsbäume in  Häusern und Wohnungen aufgestellt zu werden. Vor drei Wochen stand also unser Weihnachtsbaum noch am Waldrand, auf einer Weihnachtsbaumplantage. Traditionell gab es dort einen Glühwein und eine Bratwurst, nachdem der jeweilige Baum erst ausgesucht, dann gefällt und anschließend in einem Netz festgezurrt wurde. Wenige Tage später stand er in unserem Wohnzimmer, das nun nach W...

"Die Tote im Fiaker" - eine Weihnachtsgeschichte

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  Jonas Pichel war noch nicht lange Kommissar beim Wiener Morddezernat. Er war stets darauf bedacht, sich gut zu kleiden, was ihm unter den Kollegen den Beinamen DER SCHÖNE JONAS brachte. Als sein Telefon klingelte, saß er mit seiner Familie am Kaffeetisch. Es war der dritte Advent und seine Mutter just in diesem Augenblick dabei, stolz ihren selbstgebackenen Christstollen aufzuschneiden. Kommissar Pichel hatte Bereitschaft und musste nun los. Er kämmte noch einmal sein braunes Haar, zog seinen ebenfalls braunen Wintermantel an und fuhr zum Tatort im Zentrum von Wien. Ein Fiaker stand unter einer Laterne im Schnee. Das Pferd davor war ganz still. Neben dem Fiaker hatte ein Taxi angehalten, die Warnblinker leuchteten in der Dunkelheit. Mehrere Polizisten sperrten weiträumig ab. "Weißt du wer Bereitschaft hat?", fragte der jüngere Polizist. "Der schöne Jonas!", antwortete der andere. "Ich habe nichts angerührt, wirklich!", antwortete Ron, der seine weich...

Weihnachtszeit bei Commissaria Barbara Barbera

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  Schon am frühen Morgen wusste die Commissaria, dass dieser Tag sich nicht so gestalten würde, wie sie es sich für einen gemütlichen Adventssonntag gewünscht hätte. Gern wäre sie zu Hause geblieben oder vielleicht auch einmal wieder in die Toscana zur Familie gefahren; hätte sich von ihren Eltern verwöhnen lassen und mit der Familie zusammengesessen, mit ihnen Zeit verbracht. Vielleicht hätten sie einen Bummel über den Weihnachtsmarkt gemacht und sie hätte dort vielleicht sogar endlich Weihnachtsbaumkugeln für ihren Weihnachtsbaum in Macerata gekauft. So viele VIELLEICHT und HÄTTE. Denn sie konnte nicht weg, sie hatte Dienst in der Questura. Während sich die Commissaria das schwarze halblange Haar bürstete, blickte sie in ihr Spiegelbild. Das volle Haar hatte sie von ihrem Vater geerbt, dessen Familie aus der Toscana stammte. Ihre blauen Augen dagegen glichen denen ihrer Mama und ihrer deutschen Nonna. Heute jedoch blickten ihre blauen Augen sie müde aus dem Spiegel an. Die We...

"Kein! Fall für Kommissar Karlsson in Kristiansund" - eine Weihnachtsgeschichte

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Als Karl Karlsson an diesem Dezembermorgen erwachte, fühlte er wieder den dumpfen Schmerz im rechten Oberkiefer. Er hatte den Anruf beim Zahnarzt immer vor sich hergeschoben und stattdessen die Schmerzen mit Medikamenten betäubt. Sein Backenzahn meldete sich bereits seit ein paar Tagen. Doch heute war auch noch die rechte Wange angeschwollen. Karl Karlsson musste unbedingt versuchen, sich bei seinem Zahnarzt behandeln zu lassen. Auch wollte er ohne Zahnschmerzen zum Seminar nach Italien fliegen, gleich in der zweiten Januarwoche, die Einladung lag noch auf seinem Schreibtisch. Kommissar Karl Karlsson wohnte außerhalb von Kristiansund. Die Anbindung über die Autobahn war gut und er konnte in zwanzig Minuten in der Stadt sein, die auf vier Inseln verteilt und durch Norwegens älteste Oper bekannt geworden war. Er zog seine warme Jacke an, fegte den Schnee von seinem Auto und fuhr los. Während der Fahrt telefonierte er mit der freundlichen Sprechstundenhilfe, die ihm für den Vormittag ei...

Die kleine Spinne auf dem Trampolin - eine kurze Herbstgeschichte für Kinder

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Tinka war schon als Kind ein echter Wildfang. Keine Situation ließ sie aus, in der sie von ihren Eltern und Geschwistern nicht ermahnt oder gar beschützt werden musste. Und so manches Mal war sogar eines ihrer acht Spinnenbeinchen gebrochen. Am liebsten aber hüpfte sie auf den Spinnennetzen ihrer Eltern herum. Und auch später auf ihren eigenen. "Hui, hui, wie das kribbelt im Bauch!", rief sie dann. Die zarten Spinnennetze federten die kleine Tinka wie Trampoline  bei jedem ihrer Hüpfer auf und ab. Aber heute war etwas anders als sonst - schon am Morgen, als Tinka erwachte. Sie lauschte in die Stille und spürte die feuchte Luft. Tinka musste sich ganz doll anstrengen, um überhaupt das Ende des Gartens zu sehen. Es war ein typischer Herbstmorgen, der alles ringsum mit Nebel umhüllte. Als es die Sonne kurze Zeit später geschafft hatte durch den Nebel zu dringen, fingen  alle Spinnennetze auf der Wiese an zu glänzen. Kleinste Wassertropfen hatten sich an die zarten Spinnenfäden ...

"(K)eine fast normale Geburtstagsfeier....."

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Die noch warme Oktobersonne schien durch die Butzenscheiben in die große Diele der Fabrikantenvilla aus den 1920er Jahren. Das zweigeschossige Haus aus roten Klinkersteinen stand unweit der Fabrik, in der Hausschuhe für Erwachsene und Kinder hergestellt werden. In dritter Generation lebten Beate und Jürgen in diesem großen Haus, inzwischen allerdings alleine. Die Kinder waren groß und hatten ihre eigenen Familien gegründet. Beate blickte über die eingedeckte Kaffeetafel. Sie zählte sechs Gedecke und an der Stirnseite das Hochstühlchen für ihre kleine Enkeltochter. Erst am Abend würde sich das Haus füllen. Und so hatte sie ihren Bruder und seine Frau bereits zum Kaffee eingeladen, dazu die  befreundeten Nachbarn Heinz und Helga, und wenn die kleine Josi ausgeschlafen hätte, würden ihr Sohn und ihre Enkeltochter dazukommen. Die große Flügeltür zum Wohnzimmer stand weit offen. Das Originalglas war noch gut erhalten und der Rahmen aus dem gleichen Holz wie das gut gepflegte Parkett. ...

Commissaria Barbara Barbera und der Trüffelmord

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Anfangs bewegten sich die buntgefärbten Blätter der Korkeichen noch langsam in der Morgensonne. Der Herbst hatte die wunderschöne Natur eingefärbt. Mario und Francesco, zwei Wilderer und ziemlich beste Freunde, liefen mit ihren Jagdhunden auf dem unebenen Waldboden in östliche Richtung. Nebel durchzog nun das Unterholz und es war ganz still. Doch für all das Schöne hatten die beiden Männer kein Auge. Sie waren unterwegs um Kaninchen zu schießen und nach Trüffeln zu suchen. Im Oktober war die Zeit dafür perfekt. Francesco hatte das Jagdgewehr geschultert und seinen italienischen Jagdhund, einen Spinone Italiano, dicht bei sich an der Leine. In dem weichen Bart des Mannes hatten sich die typischen feinen Wassertropfen aus dem Nebel verfangen. Mario ging ihm voraus, als plötzlich dessen Jagdhund etwas zu wittern schien. Der blieb kurz stehen, riss sich plötzlich los und rannte los. "Kaninchen? Fasan? Oder Trüffel? Was meinst du, mein Freund?", fragte er und blickte zu Francesco....

"Geiselnahme auf dem Zürichsee" - eine Weihnachtsgeschichte

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Urs Egli war Kommissar bei der Kriminalpolizei in Zürich. Und er war tatsächlich genauso wie die  Bedeutung seines Namens sagte - Urs,  der Bär. Der Kommissar war groß und kräftig, ein Bild von einem Mann. Viele Frauen schauten nach ihm, wenn er in Zürich unterwegs war. Doch entgegen seines Aussehens war Urs Egli ein schüchterner und ruhiger Mann, der mit sich allein sehr gut zurecht kam. Zürich ist eine faszinierende Stadt, die viele Menschen wie ein Magnet anzieht, wo in der exclusiven Bahnhofstraße die teuersten Boutiquen zu finden sind. Während es in Deutschland 4979 Bahnhofstraßen gibt, in denen man im Dunkeln nicht gern allein unterwegs sein möchte, lädt die Bahnhofstraße in Zürich zum Staunen ein. Sie beginnt mit ihren rund 1,5 Kilometern am Hauptbahnhof und endet kurz vor dem Zürichsee. Kommissar Urs Egli und seine Kollegen hatten sich heute nach Dienstschluss zur alljährlichen Weihnachtsfeier verabredet. Aber noch war der Kommissar alleine unterwegs. Die Glocke de...

Die Geschichte vom Feldmäuschen und der Schlingnatter

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  An einem Samstagmorgen, es war bereits Herbst und die Nächte waren inzwischen sehr viel kühler, lief eine kleine Feldmaus durch das Gebüsch auf dem Apollensberg. Sie schaute in Richtung Osten, wo sonst zwischen Wittenberg und der Elbe die Sonne aufging. Die Strahlen der Morgensonne wärmten das kleine Mäuschen. Jeden Morgen saß es auf einem Stein und genoss die Wärme, denn vom Tau war sein weiches Fellchen ganz feucht. Doch heute hatten sich Wolken vor die Sonne geschoben und die wärmenden Strahlen der Morgensonne blieben aus. Die kleine Feldmaus zitterte am ganzen Körper. Da fiel ihr ein, dass seit ein paar Wochen solch komisch gewellte Platten auf dem Apollensberg lagen - einige am Feldrand, einige im Gebüsch und eine neue Platte lag ganz oben in der Nähe des silbernen Kreuzes, das in der Abendsonne wunderschön glänzte.  Die kleine Feldmaus war von Natur aus neugierig und hatte schon oft die junge Frau beobachtet, die die Platten hochnahm und irgendetwas suchte. Wozu, das...

Eine kleine Geschichte zum Apfelfest

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"Also, ich schmecke ja ganz besonders aromatisch!" und "Aber ich bin besonders groß!" und "Tja, und ich habe besonders rote Bäckchen" und "Dafür bin ich besonders lange frisch, ich bin ein Lagerapfel!" -  so stritten sich eine Handvoll Äpfel in einer alten Holzstiege auf dem Wochenmarkt. Jeder von ihnen wollte der Schönste, der Größte oder gar der Leckerste sein!   Die Kinder auf dem Markt blieben vor dem Obststand stehen und staunten. Was war denn hier los?   "So geht das schon den ganzen Tag", klagte der Bauer und fügte hinzu, dass er schon Ohrensausen von dem ganzen Gezanke hätte. Einen Stand weiter verkaufte ein älterer Handwerker Messer und Sensen; zusätzlich bot er   noch das Schleifen von Scheren an. Auch er hörte das Prahlen und Angeben der verschiedenen Äpfel nebenan. Er dachte bei sich, wie gern er wieder einmal einen selbstgebackenen Apfelkuchen essen würde.   Als die letzten Besucher den Wochenmarkt verließen und die Hän...