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Weihnachtskriminalkomödie 2021

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Der Hund bellte seit Stunden. Das helle  Licht der Straßenlaterne schien unter dem alten Hoftor hindurch. Dort stand der schlanke Hund, der aufgeregt etwas Fremdes witterte; sein Atem verwandelte sich in der kalten Nachtluft in weiße Wolken. Alles schien weiß zu sein, dachte die Frau, die durch das inzwischen heisere Gebell aufgewacht war und aus dem Fenster schaute - das Mondlicht war weiß, der Schnee und das Licht der Straßenlaterne direkt vor dem Haus. Der große Nussbaum mit seinen kahlen Ästen wirkte beinahe bizarr und sein Schatten im Schnee schien kein Ende zu nehmen. Vom nahen See waberte dichter Nebel heran. Die sonst so taffe Frau spürte das ihr vertraute Gefühl, es war Angst. Schon als Kind mochte sie die Dunkelheit nicht.  Dagegen liebte sie die Stille der Natur, wenn diese von Schnee und Eis bedeckt war. Dann waren alle sie sonst umgebenden Geräusche leiser, fast wie gedämpft. Trotz der geschlossenen Schneedecke auf der Straße hörte sie das heranfahrende Auto. Je...

Die Geschichte vom Weihnachtsbaumständer Teil 4 - Weihnachten 2021

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Das alte Haus, welches dieses Museum beherbergte, war früher die kleine Dorfschule. Es gab damals nur einen Lehrer, Herrn Berthold Breitbein, einen großen beleibten Mann mit breiten Hosenträgern und einem Schnauzer wie einst Kaiser Wilhelm ihn trug, daher nannten ihn alle Schüler und die Eltern  heimlich "Lehrer Wilhelm der Erste". Er unterrichtete Rechnen, Lesen und Schreiben. Mehr gab es damals nicht. Auch sein Sohn Heinrich war einst Lehrer aber inzwischen Pensionär, von schlanker Gestalt und mit noch immer ebenmäßigen Gesichtszügen. Die breiten Hosenträger seines Vaters lagen neben einem alten Schreibpult und alten Schulbüchern im Museum. Herr Breitbein der Zweite hatte seit zwei Jahren die Idee, auf dem gepflasterten Hof des kleinen Museums einen noch kleineren Weihnachtsmarkt aufzubauen. Genau seit dem Tag, an dem Frau Breitbein von der Weihnachtsfeier des Karnevalvereins zurückkehrte und auf dem Gepäckträger unseren Weihnachtsbaumständer bei sich führte. Groß war die F...

Die Geschichte vom Weihnachtsbaumständer Teil 3 - Weihnachten 1990

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Im Keller des Neubaublockes fand der  Sohn eines Hausmeisters ein paar Tage später die Kisten und nahm diese an sich. Den Karton mit den roten Weihnachtsbaumkugeln behielt er selbst, hatte er doch unlängst mit seiner Freundin die erste eigene Wohnung im Block nebenan bezogen. Die bunte Holzkiste jedoch verstaute er im Kofferraum seines Wartburgs und fuhr zu seinen Eltern. Sein Vater öffnete neugierig die Holzkiste und verzog das Gesicht.  "Junge, was bringst du uns denn da?", brummte er. "Solch alten Kram hatten wir unser ganzes Leben lang!".  Seine Eltern hatten kein Interesse mehr an alten Dingen. In ihren Augen war die neue Zeit bunt, alles Alte musste weg. Einzig der Großvater schaute gedankenversunken auf unseren Weihnachtsbaumständer, nahm ihn aus der Kiste und drehte am Schlüssel. Als das Weihnachtslied erklang, lächelten sein Enkel und er. Danach ging der Großvater die Treppe hinauf und verstaute die Holzkiste auf dem Dachboden. Als die nächste Adventszeit n...

Die Geschichte vom Weihnachtsbaumständer Teil 2 - Weihnachten 1974

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"Du immer mit deinem altmodischen Kram!", blubberte der Mann vor sich hin, als er am Morgen des Heiligabend die Kiste mit den Weihnachtsbaumkugeln und eine bunte Holzkiste aus dem Keller in die vierte Etage des Neubaublockes geschleppt hatte. "Jetzt pass lieber auf und nörgel nicht rum", lachte die junge Frau, die sich jedes Jahr darauf freute, sich für das Schmücken des Weihnachtsbaumes Zeit lassen zu können. Sie stellte die Kiste auf einen Stuhl und nahm liebevoll jede einzelne rote Kugel in die Hand. Diese Weihnachtsbaumkugeln hatte sie von ihrer Mutter bekommen, als sie vor fünf Jahren selbst Mutter wurde. Zu dem Karton mit den Weihnachtsbaumkugeln gehörte die bunte Holzkiste, in der unser Weihnachtsbaumständer lag. Er war nicht mehr so glänzend wie vor 30 Jahren. Jedoch hatte er keinerlei Kratzer; die bunte Holzkiste hatte ihn über die Jahre hinweg geschützt. Am Abend erstrahlte der Weihnachtsbaum im Glanz der Kerzen, während er sich in unserem Weihnachtsbaumst...

Die Geschichte vom Weihnachtsbaumständer 1.Teil - Weihnachten 1944

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Als die bunte Holzkiste 1944, ein paar Tage vor Weihnachten, das erste Mal geöffnet wurde, glänzte der Weihnachtsbaumständer noch ganz neu. Die junge Frau nahm ihn in die Hände und betrachtete sorgsam die  Weihnachtsmotive und die zwei Buchstaben ihres Monogrammes " MW ". Vor wenigen Wochen hatte Margarete Winkelmann diesen zu ihrem Geburtstag geschenkt bekommen, doch würden sie und ihre beiden Kinder alleine am Heiligabend den Weihnachtsbaum darin bestaunen. Die Großeltern trauten sich nicht in die Großstadt zu kommen, Züge fuhren nur unregelmäßig und wenn, dann waren sie überfüllt mit Flüchtlingen und Soldaten. Auch ihr Mann war Soldat. Seit Wochen hatte sie nichts von ihm gehört, sein letztes Lebenszeichen war ein Brief an die Familie. Tage später, als sie am Heiligabend die kleine Tanne festlich geschmückt und die Kerzen angezündet hatte, klingelte sie mit einer kleinen Glocke und die Kinder kamen mit glänzenden Augen in die gute Stube. Vorsichtig drehte sie mehrmals den ...

Helenes Toscanazauber

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"Wenn du einmal im Stau stehen solltest und Hilfe brauchst, kannst du jeder Zeit einen der vielen LKW Fahrer bitten. Die helfen immer, die haben sogar einen kleinen Kocher dabei, falls man etwas erwärmen muss - Babynahrung, Kaffee, Tee oder so......", das waren die Worte einer ehemaligen Arbeitskollegin und an diese Worte musste die junge Frau jetzt denken. Sie stand im Regen auf einem Parkplatz und sah auf das Schild gegenüber an dem dicken Stamm eines großen Baumes, welches den Hinweis "Achtung! Eichenprozessionsspinner!" trug. Unter dem Blätterdach standen zwei ältere Frauen, schutzsuchend vor dem Regen, die ebenfalls auf das WC wollten. Doch das davor stehende Auto eines Reinigungsunternehmens verhieß nichts Gutes, das kleine Häuschen wurde geputzt und war vorübergehend nicht zu betreten. Helene blickte auf die beiden Frauen unter der Eiche und hörte die Musik aus dem Autoradio des Golfes mit der Werbung für Reinigungssartikel. Sie fragte sich, wie sie bloß in d...

"Ein kleiner grüner Kaktus" , der alte Mann und die singenden Schwalben

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Es war einmal in einem Dorf .... in diesem stand ein Bauernhaus mit einer alten Scheune. Dort lebte ein alter Mann mit seinem fetten Kater. Er lebte schon lange allein und auch der fette Kater hatte sich an das Männerleben gewöhnt. Eines Tages schlenkerte sich der alte Mann an der Haustür seine Pantoffeln von den Füßen und lief in seinen Gartenschuhen quer über den Hof zu seiner Scheune. In der Nacht hatte es ein kräftiges Gewitter gegeben. Der Garten wirkte satt und erholt, und die Luft war frisch und klar. Über dem Rasen war es jedoch dunstig - die nasse Erde und die Wärme bewirkten dieses faszinierende Naturschauspiel. Bald würde die Sonne all die Feuchtigkeit aufsaugen. Aber dann würde der alte Mann schon auf seiner Hollywoodschaukel ein kleines Schläfchen halten, mit der Zeitung auf seinem Gesicht, leise vor sich hin schnarchen und sein fetter roter Kater würde faul am Fußende liegen und ebenfalls schnarchen. Während er auf die Scheune zulief, zog er kräftig an seinem Hosenbund, ...

Die Elbe, der Angler und das Wunder am Morgen

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Der warme Sommertag begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über der Elbe. Das Licht leuchtete Orange, einer Mischung aus Rot und Gelb. Ich denke, die Sonne hatte fast ein bisschen mehr Gelb  beim Mischen benutzt. Das Wasser der Elbe schwappte träge in westliche Richtung. Nur ein leises Plätschern war zu hören. Ein Fischadler, der über dem Fluss kreiste, war auf der Suche nach Nahrung. Seine leisen Schreie sind typisch für die Elbnähe. Ein Angler, der die ganze Nacht vergeblich darauf gewartet hatte einen großen Fisch zu fangen, rieb sich müde die Augen. Er hielt sein Gesicht in die Sonne und genoss die Wärme auf seiner Haut. Als er die Augen wieder öffnete, sah er Fußspuren im sandigen Uferstrand. Es waren die Abdrücke unbekleideter Füße, da er die fünf unterschiedlich großen Zehen erkennen konnte. Wer hatte hier unbemerkt gebadet? Auf einmal hörte er eine liebliche Stimme hinter sich, die ihn fragte "Hast du meine Muschel mit der schönen Perle gesehen?" . Der Angler d...

Ein Halbes vom Mond

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  Prolog In einem Wiener Spital strahlt kalt und hell das weiße Neonlicht über dem Flur der Intensivstation. Leise quietschen die Gummisohlen des Personals auf dem frisch gewischten Fußboden. Und genauso leise sprechen auch die Ärzte und Schwestern miteinander. Alles ist steril, selbst die Luft zum Atmen schmeckt steril. Die junge Frau schaut traurig in sein geschundenes Gesicht. Ihre Blicke gleiten über seinen bandagierten Kopf und weiter zu den Monitoren, die jedes Vitalzeichen seines Körpers aufzeichnen. Leise tönt das monotone Piepsen seiner Herzschläge. Es sind die einzigen Geräusche in diesem Zimmer.  Der Mond scheint hell durch das Fenster - ein halber Mond, wie durchgeschnitten, auf den Mann, der nur noch zur Hälfte Leben in sich zu haben scheint. Zwei Mal ein Halbes, denkt sie, und doch kein Ganzes. Sie steht am Fußende des Intensivbettes, in dem Ron um sein Leben kämpft. Ron, der Taxifahrer, der sie in seinem Taxi noch vor wenigen Tagen zum Flughafen gefahren hatte....

Sonntagmorgen im Sommer

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Wer kennt ihn nicht, diesen Sonntagmorgen, wenn es trotz des offenen Fensters warm im Schlafzimmer ist und wenn das zarte Singen der Nachtigall, das Gezwitscher der Amseln und später das neckische Gezanke der Spatzen einen nicht mehr einschlafen lässt. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob wochentags der Wecker unbarmherzig am frühen Morgen klingelt, bis man ihn mit noch geschlossenen Augen findet und ausdrückt, oder ob man an einem Sonntagmorgen im Sommer zur gleichen Zeit von alleine erwacht. Es ist die innere Freude auf den freien Tag, auf das ausgiebige Frühstück und die Ruhe, auf einen geplanten Ausflug oder das Genießen, einmal nichts zu tun. An diesem Sonntagmorgen meinen es die Amseln besonders gut mit ihrem Gezwitscher und ich merke, dass ich nicht zurückfinde in den Schlaf. Ich greife zu meinem Krimi, drücke auf die Taste am Kaffeeautomaten und schleiche mich leise mit meiner duftenden Kaffeetasse aus dem Haus. Fast wäre mir vor dem alten Schuppen eine Schwalbe ins Gesicht...