Posts

Der lachende Kürbis - eine Kindergeschichte

Bild
Im Frühjahr hatten Dorchen und Anita mit dem Papa Kürbiskerne in kleine Pflanzschalen gesteckt und diese im Gewächshaus regelmäßig gegossen. Als die kleinen Pflanzen kräftig genug waren, pflanzten die Drei die zarten Kürbispflanzen am Kompost in die Erde.   In diesem Jahr waren die Schnecken besonders gefräßig und so blieben nur ein paar Pflanzen übrig. Diese aber wuchsen & blühten und so waren im Herbst drei kleinere und ein großer Kürbis bereit, um geerntet zu werden.   Mama hatte im Kochbuch schon ein Rezept für eine leckere Kürbissuppe ausgesucht und  Papa holte den großen Kürbis mit der Schubkarre zum Haus. Die drei kleinen Kürbisse kamen zur Dekoration auf die Terrasse, wo schon eine riesige Zucchini lag, Heidekraut und eine Schale Nüsse vom letzten Herbst, die bei den Eichhörnchen besonders beliebt waren.   Anita und Dorchen hatten sich lange darüber gestritten, ob der Kürbis in diesem Jahr ein lustiges Gesicht bekommen sollte oder eine gruselige Grimasse....

Eine Geschichte über uns, unser Verhalten und über diese Zeit, die in die Geschichte eingehen wird ....

Bild
Manchmal fällt es mir schwer für meine Geschichten die richtigen Überschriften zu finden. Sie sollten nach Möglichkeit Interesse und Neugier wecken, Vorfreude auf die Geschichte an sich machen und trotzdem kurz und knapp sein. Meistens schreibe ich zuerst die Geschichte und knabbere dann im Nachhinein für die Überschrift an meinem imaginären Bleistift. Doch heute fiel mir die Überschrift zuerst ein, noch vor den Zeilen, die zum Teil Geschichte, zum Teil Gedanken und die daraus entstehenden Fragen sind. Diese Geschichte dreht sich, auch ich komme an diesem Thema nicht vorbei, um unser Zusammenleben mit Corona und deren vielen Tentakeln. Obwohl ich im April meine so sehr ersehnte Reise in die Toskana nicht antreten und nur einen fiktiven Reisebericht über diese Reise schreiben konnte, den ihr vielleicht gelesen habt, und bei dem ich das Thema Toilettenpapier noch auf die Schippe genommen habe, so kommt es mir nun vor, als erlebe ich ein Dejavue. Ich musste weinen, als ich die erste...

Die Zeit der Lichterfee ist gekommen

Bild
Eine Geschichte für Groß und Klein Im Herbst, wenn sich die Blätter an den Bäumen in kräftiges Rot, Gelb, Orange oder Braun färben, dann bleibt auch bald die Wärme des Spätsommers aus. Es fallen die ersten bunten Blätter tanzend zur Erde und lachende Kinder rascheln durch die zusammengeharkten Laubhaufen. Ab und zu huscht ein Igel auf der Suche nach seinem Winterquartier über den Rasen,  erschrickt und rollt sich zu einer stachligen Kugel zusammen, wenn sich eine Walnuss vom Nussbaum löst und plötzlich neben ihm im Gras landet.  Zu dieser Zeit sind die Tage bereits kürzer, die Straßenlaternen gehen zeitiger an und in den Häusern leuchtet nun schon vor dem Abendessen das Licht in den Fenstern. Wenn die Dunkelheit der Dämmerung folgt, dann kann man manchmal im Garten, auf den Wiesen oder im Stadtpark ein sanftes Leuchten sehen. Dann kommt sie, dann ist es die Zeit der Lichterfee. Nur Kindern ist es möglich, diese schöne, leuchtende Gestalt zu sehen. Wenn die Kinder älter ...

Helenes Reise nach Görlitz, die Vergangenheit und Zukunft vereinte

Bild
Den Tag, an dem sich alles für sie änderte, wird Helene nie vergessen. Sie war aus dem Büro nach Hause geeilt, hatte sich in der Küche einen Espresso gemacht und ihn im Stehen getrunken, als es plötzlich klingelte und die freundliche Postbotin vor ihrer Tür stand. Sie kannten sich vom Sehen, denn schon oft hatte Helene Pakete für die Nachbarn angenommen. Manchmal winkten sie sich vor dem Haus oder in der Straße kurz zu, wenn Helene aus dem Büro kam. Helene drehte den Brief in ihrer Hand hin und her. Neugierig öffnete sie ihn mit einem kleinen schwarzen Küchenmesser, rutsche ab und etwas Espresso lief auf den Umschlag, als die kleine weiße Tasse umkippte. Hastig wischte Helene mit dem Geschirrtuch die winzige Pfütze vom Umschlag und stellte erleichtert fest, dass die Papiere darin unversehrt geblieben waren. Eine Kanzlei Rosenberg aus Görlitz teilte Helene mit, dass sie in einem Testament bedacht und in 14 Tagen zu einer Testamentseröffnung eingeladen sei. Helene schaute mit ihren...

Eine Reise, die nicht stattfinden konnte....

Bild
Diese Geschichte ist ein fiktives Reisetagebuch, denn die Reise konnte ich nicht wie geplant im April wegen des Coronavirus antreten. So hätte es vielleicht sein können oder vielleicht noch vieeeel schöner......   München /Toskana ☀️🌿🌾 (Samstag) Noch bevor der Wecker im Hotelzimmer klingelt bin ich wach. Leise schaue ich auf meinem Handy nach der WetterApp; in Montepulciano sind heute 19 Grad und es ist Sonne satt - genauso wie hier in München.  Nach dem Frühstück fährt mich meine Cousine, die in München lebt, zum Flughafen. Ein Glas Prosecco zum Abschied und gegen die Aufregung, denn ich bin das letzte Mal vor 20 Jahren geflogen. Der Schalter von meiner Airline ist schnell gefunden. Alles ist okay, ich stehe tatsächlich auf der Passagierliste, mein Koffer ist auch nicht zu schwer und mein Reisepass ist tatsächlich gültig. Wir umarmen wir uns und die Worte : "Tschüß bis bald", "Guten Flug", "Pass auf dich auf", "Schreib gleich,...

Henriettes Gartenfreude

Bild
An ihren älteren und rüstigen Nachbarn, der viele Jahre neben Henriettes Garten seine herrlich duftenden Rosen verschnitten und stets ein freundliches Wort für sie gehabt hatte, dachte Henriette an diesem warmen Juniabend zum wiederholten Mal. Er hatte ihr gezeigt, wo die welken Rhododendronblüten abgeknipst werden müssen, damit die Büsche im nächsten Frühjahr wieder in ihren herrlichen Farben blühen würden. Henriette dachte in jedem Jahr an ihn, wenn sie an den Abenden Mitte Juni durch den Garten ging und die ersten verwelkten Blüten an den Rhododendronbüschen abdrehte. Es gab verschiedenfarbige Büsche im Garten, mit lavendelfarbenen, zartrosafarbenen und bernsteinfarbenen Blüten, die die vielen Hummeln und Bienen anlockten. Henriette entfernte nie alle Blüten mit einem Mal, sondern jeden Abend nur eine Handvoll, wenn sie die Stille des Gartens suchte, ihren Gedanken freien Lauf ließ und sich dabei entspannte. Die letzten Wochen waren sehr stressig gewesen und daher war sie ...

Eine humorvolle Kurzgeschichte, deren Ende jeder selbst interpretieren kann 😀

Bild
Herr und Frau Schnippsdippsler lebten in der untersten Etage, links, eines Mehrfamilienhauses mitten in Berlin. Die Häuser standen dicht nebeneinander am Rand einer Straße, auf der die Autos noch über das alte Kopfsteinpflaster fuhren. Abends, wenn die Menschen nach der Arbeit oder aus dem Garten, vom Einkaufen oder vom Elternabend in der Schule, müde nach Hause in ihre Wohnungen kamen, parkten sie ihre Autos am rechten Straßenrand, was unter dem wachsamen Auge von Frau Schnippsdippsler geschah, die mit Lockenwicklern im Haar, sehr oft, sehr gern und sehr lange am geöffneten Fenster ihrer Küche stand. Die Schnippsdippsler's lebten schon Jahrzehnte in diesem großen Haus und hatten viele Familien ein - und ausziehen sehen, wobei Frau Schnippsdippsler am geöffneten Fenster, Sommer wie Winter, sehr genau darauf achtete, dass die Kartons in den Umzugswagen immer ordnungsgemäß gestapelt wurden. Genauso lange, wie sie in diesem Haus lebten, teilten Herr und Frau Schnippsdippsl...

Eine Geschichte über ein Buch voller Geschichten

Bild
"Es war einmal ...." so fangen die meisten Geschichten an. Diese Geschichte, in der es um ein Buch voller Geschichten geht, beginnt so jedoch nicht. Daher stell dir vor, wie in der Bibliothek einer Kleinstadt, wie es viele Kleinstädte auf der Welt gibt, das Buch, um welches es hier geht, im mittleren Regal stand, ganz links am Rand. Das Buch, das je nach Sicht des Betrachters langweilig, interessant oder speziell wirkte, war kein Handtaschenformat, nein, es war etwas größer. Auch zeigte das Buch einige Gebrauchsspuren. Ein paar Seiten waren durch die Benutzung von Kinderhänden festgeklebt, eine Seite hatte ein Eselsohr und auf einer anderen Seite, ziemlich in der Mitte, war gar ein kleiner Riss. Die Worte in diesem Buch waren nicht in üblicher Schriftform sondern wie von Hand geschrieben hineingedruckt und die Bilder waren nicht gemalte Drucke, sondern es waren Fotografien. Diese zeigten, passend zu den Geschichten, fast ausschließlich Naturbilder, auf denen das zart...

Teil 2 Helenes Osterwunsch und die Kraft des goldenen Osterei's

Bild
Die diebische Elster kam nicht sehr weit. Das goldene Ei war für ihren Schnabel zu groß und zu glatt. Es war ihr aus dem Schnabel gerutscht und in Helenes Garten, in das Gras neben die ersten Tulpenknospen, gefallen. Das zarte, grüne Gras hatte das Ei vorsichtig aufgefangen und vor den Augen der Elster versteckt. Und so glänzte das goldene Ei am Ostermorgen im ersten Sonnenlicht, als der Tag erst begonnen und sich Morgentau auf die Blätter gelegt hatte. Auch diese Tropfen glänzten und glitzerten im behutsamen Licht des Morgens. Es war die Zeit am Tag, die Helene so sehr mochte, alles wirkte frisch und rein. Die Stille, die den Garten umgab, würde eine Stunde später gegen die Geräusche des Tages kämpfen und verlieren. Helenes Irish Setter hatte an der Haustür gesessen und Helene so lange gelockt, bis sie mit ihm in den großen Garten gegangen war. Er tollte umher, schnüffelte, fing die Bälle, die Helene zu ihm warf und rannte verspielt über die Wiese. Dann blieb es still und...

Teil 1 Eine kleine Ostergeschichte für Kinder

Bild
Für die drei Hasenkinder war es das erste Osterfest in ihrem jungen Hasenleben. Bereits die letzten Tage waren anders verlaufen, hektischer und nicht so gemütlich wie sonst. Die Hasenmama hatte am Morgen ihre Jungen an die frische Luft gescheucht und sie ermahnt, in der Nähe zu bleiben. Sie scheuerte im Hasenhaus die Böden, putzte die Fenster und hantierte in der Küche laut mit Töpfen, Pfannen und mit großen Einweckgläsern. Der Hasenvater war losgehoppelt, um etwas Besonderes zu besorgen, von dem er behauptete, es wäre sehr wichtig. Die Hasenkinder hielten ihre Näschen in die warme Sonne und genossen die Wärme auf ihrem flauschigen Fell. Gegen Mittag kam der Hasenvater zurück und rief die Hasenkinder zu sich. Gemeinsam hoppelten alle zur Hasenmama in die Küche. Dort stand ein riesengroßer Korb mit gekochten Eiern vom Bauern Rübennase, in dessen Garten die leckeren Möhrchen wuchsen. Auf dem Küchentisch standen viele Einweckgläser, die mit Wasser gefüllt waren. Neugierig beobachtet...

Henriettes Vogelhäuschen, drei Rosinen und der kleine dicke Spatz

Bild
Unweit von Henriettes Küchenfenster stand ein Vogelhäuschen, in dem sich den ganzen Winter über Spatzen und Meisen tummelten. Sie schilpten und machten Radau, es war sehr lustig ihnen dabei zuzusehen. Ein kleiner dicker Spatz war besonders verfressen. Er saß nur da und pickte die Rosinen und Sonnenblumenkerne, die Henriette jeden Morgen mit dem üblichen Vogelfutter in das Vogelhäuschen streute. Die vielen anderen Spatzen stritten sich um das Vogelfutter, ein paar Meisen hingen kopfüber an Meisenknödeln und pickten an ihnen herum. Eine kleine zarte Meise schaute immerzu ganz aufgeregt zu Henriettes Haus. Als der Frühling kam, räumte Henriette das Vogelhäuschen in den Schuppen. Nun würden die Spatzen und Meisen ihr Futter wieder selbst finden - kleine Insekten, Würmer und zarte Blätter, auf denen Blattläuse leben. Nur der kleine dicke Spatz kam noch immer an die Stelle, an der vorher das Vogelhäuschen stand und pickte die paar Körner, die noch auf der Terrasse lagen. ...