Hi Ha Halloween
Auf einem Feld, weit hinter der Stadt, wuchsen den ganzen Sommer über unzählige Kürbisse. Der kleine Emil freute sich jedes Mal, wenn seine Eltern mit ihm auf dem Weg zu seinen Großeltern an diesem Feld vorbeifuhren.
Die Kürbisse wussten nichts vom Leben außerhalb des Feldes. Die meisten waren hier glücklich, manchen wurde es mittlerweile zu eng und andere quengelten, weil sie hier nicht sein wollten.An einem schönen Herbsttag hielten Mama und Papa mit dem Auto an diesem Feld und Emil durfte sich einen Kürbis aussuchen. Das war jedoch gar nicht so einfach. Er sollte nicht zu groß und nicht zu klein sein. Und orange sollte er sein, ohne Kratzer und ohne Beulen. Es dauerte nicht lange und Emil fand seinen Kürbis. Papa griff beherzt zu und Mama legte fünf Euro in eine Kasse des Vertrauens.
Dem Kürbis wurde ganz komisch zu Mute. Eben noch auf dem Feld mit all den anderen Kürbissen, lag er jetzt im dunklen Kofferraum. Er war ganz alleine und wollte hier nicht sein, und doch ahnte er, dass ein großes Abenteuer auf ihn wartete.
Zu Hause wischte die Mama ihn mit einem feuchten Tuch sauber. Der Kürbis genoss ihre weichen Berührungen. Auch roch die Frau sehr angenehm. Das war schön. Dann wurde es erneut dunkel, denn der Kürbis lag bis zum morgigen Tag im Schuppen von Emils Familie.
In der Nacht wachte der Kürbis kurz auf, weil ihn etwas Feuchtes anstupste. Das war Emils Katze, die neugierig mit ihrer kleinen Nase an dem Kürbis schnupperte.
Am nächsten Tag griffen erneut zwei große Hände nach dem Kürbis und zwei kleine Hände streichelten ihn. Emil und sein Papa begannen mit einem Stift ein lustiges Gesicht auf den Kürbis zu zeichnen. Das kitzelte unwahrscheinlich und der Kürbis musste lachen. Danach zwickte es etwas, aber nur ein wenig, als der Papa begann, am Kürbis herumzuschnitzen. Der kleine Emil war dabei so aufgeregt, dass seine Ohren glühten.
"Oh, wie schön! Mama, Mama komm doch mal!", rief Emil nach seiner Mama. Die kam aus der Küche gelaufen und klatschte vor Freude in die Hände. Da wurde der Kürbis ganz verlegen. Seinen endgültigen Platz bekam der Kürbis im Vorgarten, umringt von duftenden Quitten und unzähligen Walnüssen.
Als es langsam dunkel wurde, stellte Papa ein Windlicht in den Kürbis und zündete die Kerze darin an. Emil rannte schnell die Treppe nach oben und schaute nach, ob er das schöne Licht von seinem Fenster aus sehen könne.
Kurz danach begann das Halloween Fest. Emil und die anderen Kinder der Straße zogen von Haus zu Haus, klingelten und riefen:" Gebt uns Süßes, sonst gibt's Saures".
Aber das Schönste an diesem Abend war Emils Kürbis. Mit seinem leuchtenden und lustigen Gesicht brachte er alle zum Schmunzeln. Das gefiel dem Kürbis sehr.
Und so blieb er noch viele Tage im Vorgarten bei Emil stehen. Er wusste inzwischen, dass aus seinen Kernen im nächsten Jahr viele Kürbisse wachsen würden, viel sogar in Emils Garten.
Ende

Kommentare
Kommentar veröffentlichen