Darf ich mich vorstellen- ich bin Pisa!



Der Tag, als ich das erste Mal im Garten meiner neuen Familie war, ist schon etwas her. Da waren die Blätter an den Bäumen ganz bunt. An meine Katzenmama und Katzengeschwister kann ich mich kaum mehr erinnern. Jedenfalls roch es ganz wunderbar in diesem Garten, nach Fisch. Hungrig habe ich nach Essen gesucht. Der Duft hat mich bis zu den Angelutensilien des Mannes geführt. Der hat mich beobachtet und leise seine Frau geholt. Die wirkte ganz nett und hat mir zwei Scheiben Wurst kleingezupft. Ich bin aber erstmal weggelaufen und habe mich versteckt. Erst als ich allein im Garten war, konnte ich mich hungrig über die Wurst hermachen.

Am nächsten Tag stand an der gleichen Stelle eine Schale mit Wasser und es lag wieder etwas Wurst dort. Die nette Frau hat immer "Miez Miez Miez" gerufen. Es fühlte sich richtig schön an, weil sich jemand über mich freute.

Dann geschah etwas, das wünschte ich allen großen und kleinen Streunerkatzen. Die nette Frau fuhr mit dem Auto weg und kam etwas später mit vielen Tüten zurück. Das war alles nur für mich - hat sie jedenfalls gesagt. Weil ich nämlich noch klein war, hat sie Futter für Katzenkinder gekauft und auch Katzenmilch. Von dem Tag an bin ich dortgeblieben.

Ich habe jetzt einen Namen, meine neue Familie ruft mich Pisa. Das hat sich mein Papa ausgedacht. Ich glaube deshalb, weil sie gern nach Italien fahren. Die neue Mama erzählt mir nämlich immer von Italien, wenn ich auf ihrem Schoss liege und sie mich streichelt. Ich glaube, sie hat mich sehr lieb.

Ich hatte mich schnell an mein erstes richtiges Zuhause gewöhnt - durfte im Garten und auch überall im Haus sein. Bis ich eines Tages nach einer Rauferei eine Bauchwunde hatte. Da musste ich zu einem Tierarzt. Davon möchte ich aber nichts weiter erzählen, das war nämlich ganz, ganz schlimm für mich - und für meine neue Mama auch. Jedenfalls hatte ich ziemlich lange Stubenarrest, bis ich wieder Fell an meinem Bauch hatte.

In dieser Zeit gab es ein Fest, das hieß Weihnachten. Alles war ganz gemütlich und immer roch es lecker nach süßen Dingen, die ich nicht essen darf. Weil ich da noch krank war und nicht vor die Tür gehen durfte, haben meine neuen Eltern etwas ganz Besonderes für mich gemacht. Sie brachten einen Baum mit ins Haus und haben bunte Kugeln an die Zweige gehängt. Und damit ich die Kugeln im Dunkeln gut sehen konnte, kamen noch kleine Lichter an die Zweige. Ist das nicht toll? Ich glaube, meine neue Familie hat mich wirklich lieb. An dem ganz besonderen Tag, also Weihnachten, habe ich sogar Geschenke bekommen - ein weiches Kissen und Spielzeug.

Inzwischen geht es mir wieder gut. Einmal waren wir nochmals in einem Krankenhaus für Tiere, das habe ich aber verschlafen. Die Mama hat nur gesagt, es sei besser für mich wegen der Kater und so. Was sie damit meinte, habe ich allerdings nicht verstanden. 

Jetzt gehe ich immer nach dem Frühstück in den Garten, komme zwischendurch mal gucken, ob meine neuen Eltern noch da sind, und dann bin ich wieder hohen Gras, beobachte Schmetterlinge und spiele mit Mäusen. Mama sagt immer, wenn die Straßenlaternen angehen, soll ich ins Haus kommen. Dann kuschle ich mit Mama, bekomme Futter und frisches Wasser. Nur eines muss ich der Mama noch beibringen - wenn ich ihr eine Maus mitbringe, ist das nichts Schlimmes, sondern ein Geschenk von mir für Mama und Papa - als Dankeschön ❤️ .

Nächsten Monat habe ich meinen ersten Geburtstag, aber davon erzähle ich euch in meiner nächsten Geschichte.





Ende









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